Wenn wir in Deutschland an eine klassische Fischsuppe denken, haben wir meistens eine reichhaltige, sämige Bouillabaisse oder einen cremigen Eintopf vor Augen, der perfekt wärmt.
Die thailändische Tom Yum Pla schlägt einen völlig anderen, wunderbar erfrischenden Weg ein: Hier schwimmen zarte Stücke von Kabeljau oder Wolfsbarsch in einer klaren, intensiv duftenden Brühe, die durch frisches Zitronengras und saure Tamarinde eine herrliche Leichtigkeit bekommt.
Ich hatte anfangs echten Respekt vor der Zubereitung, weil Fisch schnell trocken wird oder zerfällt. Aber dieses traditionelle Rezept ist viel einfacher, als du vielleicht denkst, und steht in gerade einmal 30 Minuten dampfend vor dir auf dem Küchentisch.
Gut zu wissen: Diese aromatische Brühe ist unglaublich vielseitig. Sie ist die perfekte Grundlage für alle Arten von Tom Yam. Du kannst den Fisch ganz einfach durch Garnelen ersetzen für die weltberühmte Tom Yam Gung oder durch Hähnchen für eine Tom Yam Gai.
Was ist Tom Yam Pla?
Tom Yum Pla ist eine traditionelle thailändische Fischsuppe, die aus festem weißem Fisch, Zitronengras, Galgant, Kaffirlimettenblättern, saurer Tamarinde und würziger Fischsauce zubereitet wird. Diese Spezialität aus Südostasien zeichnet sich durch eine klare, leichte Brühe aus, die je nach thailändischer Region und Familienrezept angenehm sauer-würzig und leicht scharf schmeckt.
In Thailand wird diese Suppe an vielen einfachen Garküchen auch schlicht Tom Pla genannt. Im Gegensatz zu den im Westen bekannteren, oft cremigen Suppen-Varianten mit Garnelen (Tom Yam Goong) oder Hähnchen (Tom Yam Gai), die häufig mit Kokosmilch oder Kondensmilch verfeinert werden, bleibt die Brühe bei der Fisch-Version vollkommen klar. Sie ist wunderbar leicht, bekömmlich und kalorienarm, ohne schwer im Magen zu liegen.

Bevor du startest: Meine Tipps für die perfekte Suppe
Wenn du zum ersten Mal eine thailändische Fischsuppe zu Hause kochst, mach dir am besten keinen großen Kopf. Unser Rezept ist so aufgebaut, dass die Brühe auf Anhieb perfekt ausbalanciert schmeckt und der Fisch wunderbar saftig gelingt.
Das einzige echte Geheimnis liegt darin, den Fisch nicht zu verkochen – und das ist ehrlicherweise viel einfacher, als die meisten Leute glauben. Sobald sich das Fleisch mit einem Löffel leicht teilen lässt, ist die Suppe auch schon fertig. Du musst den Fisch keineswegs lange im Topf kochen lassen.
Halte die Suppe stattdessen nur auf kleiner Flamme beim sanften Simmern, anstatt sie wild sprudelnd kochen zu lassen. Das sorgt dafür, dass die Brühe schön klar bleibt und die zarten Filetstücke im Topf nicht in tausend Teile zerfallen.
Das Grundrezept ist übrigens bewusst mild und absolut familienfreundlich abgeschmeckt. Wenn du es traditionell scharf magst, gibst du am Ende einfach getrocknete thailändische Chilis, Chiliflocken oder einen Löffel Tom-Yum-Paste mit in deine eigene Schüssel.
Zutaten: Das brauchst du für die Suppe
Alle Zutaten für dieses Rezept bekommst du problemlos im gut sortierten Asiamarkt bei dir um die Ecke. Die exakten Mengenangaben findest du wie gewohnt weiter unten in unserer praktischen Rezeptkarte.
Wichtig: Falls du gefrorenen Fisch verwendest, lass ihn vorab vollständig auftauen und tupfe ihn mit Küchenpapier gut trocken.
Der Fisch: Ein festes, weißes Fischfilet ist hier die beste Wahl, da weichere Fischsorten in der heißen Brühe viel zu schnell zerfallen. Ich nehme für dieses Rezept gerne Kabeljau oder Wolfsbarsch, aber auch Tilapia oder Rotbarsch funktionieren hervorragend.
Wasser: Bildet die saubere Basis für unsere klare Brühe.
Zitronengras, Galgant & Kaffirlimettenblätter: Dieses Trio ist die unantastbare aromatische Seele einer jeden Tom Yam. Ohne diese drei frischen thailändischen Kräuter verliert die Suppe ihren typischen Charakter – lass sie also auf keinen Fall weg!
Tamarindenpaste (ohne Kerne): Sie schenkt der Suppe eine herrlich milde, fruchtige Säurekomponente.
Fischsauce: Sie liefert die nötige Tiefe, Salzigkeit und das unverzichtbare Umami. Eine hochwertige Marke wie Squid oder Megachef macht bei klaren asiatischen Suppen geschmacklich einen riesigen Unterschied.
MSG (Mononatriumglutamat): Sorgt als optionales Finish für den echten, tiefen thailändischen Geschmack, ohne die Brühe künstlich schwer wirken zu lassen.
Salz: Rundet das Geschmacksprofil der Brühe harmonisch ab.
Schalotten: Bringen eine feine, natürliche Süße und eine wunderbare Geschmackstiefe hinein.
Knoblauch: Gibt der Suppe zusätzliche Würze. Verwende hier unbedingt frische Knoblauchzehen, kein Pulver.
Tomaten, Frühlingszwiebeln & Koriander: Die geviertelten Tomaten steuern eine leichte Süße bei, während die frischen Kräuter ganz zum Schluss für Farbe und Frische sorgen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: So kochst du die Suppe perfekt
Jetzt gehen wir an den Herd. Halte dich einfach an diese fünf Schritte, dann bleibt dein Fisch wunderbar saftig und zerfällt nicht im Topf.
Schritt 1: Den Fisch vorbereiten
Spüle das Fischfilet gründlich unter kaltem Wasser ab und tupfe es trocken. Schneide das Fleisch anschließend in mundgerechte, aber nicht zu kleine Stücke.
Tipp: Wenn du einen kompletten Fisch verwendest, dann kannst du ihn vor dem Abspülen mit etwas Salz einreiben. Das zieht überschüssiges Wasser heraus und nimmt dem Fisch die allzu strenge, fischige Note.
Schritt 2: Die Brühe ansetzen
Gib das Wasser in einen großen Topf bei mittlerer Hitze. Füge sofort das geschnittene Zitronengras, den Galgant, die Kaffirlimettenblätter, den gehackten Knoblauch, die Schalottenringe und die Tamarindenpaste hinzu.
Schritt 3: Würzen und aromatisieren
Schmecke die Brühe jetzt schon mit der Fischsauce, dem Salz und dem optionalen MSG ab. Lass das Ganze für etwa 5 Minuten leicht köcheln. Du wirst merken, dass die thailändischen Kräuter sofort ihren genialen Duft in der Küche verströmen.
Schritt 4: Den Fisch gar ziehen lassen
Gib nun die Fischstücke und die geviertelten Tomaten in den Topf. Lass die Suppe bei kleiner Hitze nur noch sanft simmern, bis der Fisch gar ist.
Wichtig: Vermeide hier sprudelnd kochendes Wasser, sonst bricht das zarte Fischfleisch sofort auseinander.
Schritt 5: Das frische Kräuter-Finish
Nimm den Topf von der Kochstelle. Rühre die gehackten Frühlingszwiebeln und den frischen Koriander unter.
Probiere die Brühe ein letztes Mal, bevor du sie servierst: Der Geschmack sollte zuerst angenehm säuerlich und kräftig-salzig sein, gefolgt von der Frische der Kräuter im Abgang.
Serviertipp: Die perfekten Beilagen für deine Fischsuppe
Am liebsten serviere ich diese Suppe ganz klassisch mit einer Schale duftendem Jasminreis oder thailändischem Klebreis (Sticky Rice) als Beilage. Der milde Reis fängt die feine Säure der Brühe genial auf und macht aus der leichten Suppe eine wunderbar sättigende, vollwertige Mahlzeit.
Mach es wie in Thailand: In einer typischen Garküche wird dir die Suppe absichtlich so serviert, dass du sie am Tisch nach deinen eigenen Vorlieben verfeinern kannst. Deshalb stellen wir immer ein paar kleine Schälchen mit thailändischen Chilis, Chiliflocken, Zucker, zusätzlicher Fischsauce und frischen Limettenspalten bereit. So kann sich jeder am Tisch seine ganz persönliche Balance aus Schärfe, Säure und Salzigkeit direkt in der Schüssel mischen.

Aufbewahrung & Aufwärmen
Lass die Suppe nach dem Kochen vollständig auf Raumtemperatur abkühlen. Fülle sie anschließend in einen luftdichten Behälter um und stelle sie in den Kühlschrank. Dort ist sie bis zu 3 Tage haltbar und zieht sogar noch ein wenig nach.
Das schonende Aufwärmen:
Erwärme die Suppe im Topf nur bei niedriger Hitze. Vermeide auch hier unbedingt ein starkes, sprudelndes Aufkochen, damit die ohnehin schon garen Fischstücke nicht im Nachhinein zerfallen.
Gut zu wissen: Die Textur des Fischs verändert sich durch das erneute Erhitzen minimal. Das ist völlig normal und tut dem Geschmack keinen Abbruch.
Häufige Fragen zu Tom Yum Pla (FAQ)
Welcher Fisch eignet sich am besten für thailändische Fischsuppe?
Für eine authentische thailändische Fischsuppe verwendest du am besten festes, weißes Fischfilet wie Kabeljau, Wolfsbarsch, Tilapia oder Seelachs. Weiche Fischsorten oder fetter Fisch zerfallen in der heißen Brühe viel zu schnell oder dominieren den feinen Geschmack der thailändischen Kräuter negativ. Unser Tipp: Achte beim Kauf darauf, dass die Filets grätenfrei sind, damit du die Suppe traditionell entspannt mit dem Löffel essen kannst.
Warum wird thailändische Fischsuppe ohne Kokosmilch gekocht?
Im Gegensatz zu Varianten mit Garnelen (Tom Yum Goong) bleibt die klassische Brühe bei der thailändischen Fischsuppe (Tom Yum Pla) traditionell vollkommen klar. Der Verzicht auf Kokosmilch oder Kondensmilch sorgt dafür, dass die Suppe ihre typische, erfrischende Leichtigkeit behält und der feine Eigengeschmack des gedünsteten Fischs nicht von schwerer Cremigkeit überdeckt wird.
Wie verhindert man, dass der Fisch in der Suppe zerfällt?
Um das Zerfallen des Fischs zu verhindern, darf die Suppe nach dem Hinzufügen der Fischstücke auf keinen Fall mehr sprudelnd kochen. Reduziere die Hitze und lass den Fisch nur noch bei kleiner Flamme für wenige Minuten sanft simmern. Vermeide es außerdem, nach dem Einlegen des Fischs wild im Topf zu rühren.
Kann man die thailändischen Suppenkräuter mitessen?
Nein, die traditionellen thailändischen Suppenkräuter – Zitronengras, Galgant und Kaffirlimettenblätter – werden nicht mitgegessen. Sie dienen ausschließlich dazu, ihre ätherischen Öle und Aromen während des Kochens an die klare Brühe abzugeben. Du kannst sie entweder vor dem Servieren mit einer Schaumkelle aus dem Topf fischen oder sie beim Essen einfach in der Schüssel am Rand liegen lassen.

Thailändische Fischsuppe (Tom Yum Pla)
Kochutensilien
- Großes Schneidebrett und scharfes Messer
- Großer Kochtopf
- Schöpfkelle
Zutaten
- 700 g festes weißes Fischfilet (z.B. Kabeljau, Tilapia oder Wolfsbarsch)
- 1,5 Liter Wasser
- 2 Stängel Zitronengras in schräge Ringe geschnitten
- 2 dicke Scheiben Galgant
- 2 Knoblauchzehen fein gehackt
- 1 kleine Schalotte in feine Ringe geschnitten
- 2 EL Tamarindenpaste
- 5 Kaffirlimettenblätter den harten, mittleren Strunk entfernt
- ½ EL Salz
- 2 EL Fischsauce am besten eine gute Marke aus dem Asiamarkt, z. B. Megachef
- 1 TL MSG optional, sorgt für den echten thailändischen Umami-Geschmack
- 2-3 Tomaten geviertelt
- 4 Frühlingszwiebeln grob gehackt
- 1 Handvoll frischer Koriander grob gehackt
Anleitungen
- Wasche den Fisch gründlich unter kaltem Wasser ab und tupfe ihn trocken. Schneide das Filet in mundgerechte, etwas größere Stücke. Reibe die Stücke leicht mit etwas Salz ein und spüle sie danach noch einmal kurz ab. Das nimmt dem Fisch einen eventuell zu strengen Geruch und sorgt für ein sehr sauberes Aroma in der Suppe.
- Erhitze das Wasser in einem großen Topf auf mittlerer Stufe. Gib den Galgant, das Zitronengras, die Kaffirlimettenblätter, den Knoblauch, die Schalotten und die Tamarindenpaste hinein. Lass alles zusammen aufkochen, bis die Brühe richtig schön duftet.
- Würze die Brühe jetzt mit der Fischsauce, dem Salz und dem MSG. Reduziere die Hitze ein wenig und lass die Suppe für etwa 5 Minuten sanft köcheln. So verbinden sich die säuerlichen und würzigen Noten perfekt miteinander.
- Gib nun vorsichtig die Fischstücke und die geviertelten Tomaten in den heißen Topf. Lass die Suppe sanft weiterziehen, bis der Fisch komplett durchgegart ist und leicht zerfällt. Ganz wichtig: Rühre jetzt so wenig wie möglich um! Sonst zerfällt der empfindliche Fisch und macht deine klare Brühe trüb.
- Nimm den Topf vom Herd. Rühre die gehackten Frühlingszwiebeln und den frischen Koriander unter.
- Schöpfe die heiße Suppe mit einer Kelle vorsichtig in tiefe Schalen. Serviere sie direkt heiß mit einer Portion frisch gedämpftem Jasminreis.
Notizen
Nährwerte
Guten Appetit
Ich bin mir sicher, du kriegst beim Lesen schon genauso großen Hunger wie ich auf diese herrlich dampfende Schüssel. Für mich ist unsere Thailändische Scharf-Saure Fischsuppe der absolute Inbegriff von traditioneller thailändischer Küche, die ganz ohne schwere Kokosmilch auskommt. Durch die Kombination aus der fruchtigen Säure der Tamarinde und den intensiv duftenden Kräutern schmeckt die Brühe unfassbar leicht und erfrischend, während die Stücke vom weißen Fischfilet im Topf wunderbar zart und saftig bleiben. Wir wünschen dir einen guten Appetit!
Wie hat’s geschmeckt?
Ist dein Fisch im Topf auch so wunderbar saftig geblieben und hat die perfekte, zarte Textur angenommen? Konntest du die Balance aus der feinen Säure und der würzigen Fischsauce genau nach deinem Geschmack treffen? Lass uns sehr gerne einen Kommentar oder eine Sterne-Bewertung da – wir freuen uns riesig über jedes Feedback von dir!
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