Kaum ein Duft katapultiert mich so direkt zurück auf einen Nachtmarkt in Thailand wie der von frisch gegrillten Bananen. Diese einfachen Spieße, in Thai Kluay Ping genannt, sind der perfekte Abschluss eines jeden Streetfood-Abends. Die natürliche Süße der warmen, karamellisierten Banane zusammen mit der reichhaltigen, salzigen Kokos-Sauce ist einfach himmlisch. Wir zeigen dir heute, wie du dieses unkomplizierte, aber unvergessliche Dessert ganz einfach zu Hause zauberst.
Was ist Kluay Ping? (Der Name & Die Tradition)
In Thailand heißt dieses einfache, aber geniale Dessert ganz simpel Kluay Ping. Das ist Thai und bedeutet nichts anderes als gegrillte Banane (kluay = Banane, ping = gegrillt). Auch wenn die frittierte Variante vielleicht noch bekannter ist, findest du diese gegrillten Spieße immer wieder auf den Märkten – mal pur, mal mit einer herrlichen Kokos-Sauce.
Dieses Dessert ist eines, das ich über die Jahre wirklich perfektioniert habe. Mein Ziel war es immer, die Bananen genau auf den Punkt zu garen: außen leicht karamellisiert mit feinen Röstaromen, innen aber unglaublich weich und cremig. Und die Kokos-Sauce? Sie musste die perfekte Balance haben – süß, aber nicht klebrig, sondern cremig und reichhaltig.
Was du an diesem Rezept lieben wirst
Das Beste an diesem Rezept ist, wie unglaublich einfach es ist. Du brauchst keine besonderen Küchengeräte und die Zutaten sind simpel. Wir verstärken nur die natürliche Süße der reifen Bananen, anstatt sie mit schweren Toppings zu überdecken. Ob als leichtes Dessert nach einem scharfen Curry, als süßer Snack am Nachmittag oder sogar zum Frühstück – diese Bananenspieße passen einfach immer.

Die Wahl der richtigen Banane
In Thailand nimmt man dafür am liebsten eine ganz bestimmte Sorte: Kluay Nam Wa. Sie sind kleiner, etwas fester und nicht ganz so süß wie die großen Bananen, die wir hier kennen.
Keine Sorge, du musst jetzt nicht den ganzen Asiamarkt danach absuchen. Du kannst auch jede andere Sorte verwenden. Die wichtigste Regel lautet: Die Bananen sollten reif, aber noch fest sein.
Wenn du überreife, schon weiche Bananen mit braunen Flecken nimmst, zerfallen sie dir auf dem heißen Grill zu Matsch. Das wollen wir auf keinen Fall.
Im Zweifel gilt immer: Lieber eine etwas zu grüne als eine zu gelbe Banane wählen.
Die Zutaten: Das Geheimnis der perfekten Kokos-Sauce
Die genauen Mengenangaben findest du wie immer unten in der Rezeptkarte. Hier erkläre ich dir, warum wir welche Zutat verwenden und worauf du achten solltest. Fast alles bekommst du in einem gut sortierten Asiamarkt.
Bananen: Wähle Bananen, die reif, aber noch fest sind. Sind sie zu weich, werden sie auf dem Grill matschig. Im Zweifel sind leicht grüne Bananen besser als überreife. Wenn du Reste hast, mach daraus doch unseren Klassiker „Bananen in Kokosmilch“!
Butter: Butter ist zugegebenermaßen nicht 100% traditionell, aber für mich ist es der kleine Trick, der die Sauce noch reichhaltiger und runder macht. Sie verleiht dem Karamell eine wunderbare Tiefe.
Kokosmilch: Greif unbedingt zu Vollfett-Kokosmilch (Marken wie Aroy-D sind super). Nur so wird die Sauce richtig cremig und bekommt später diese herrliche, leichte Karamellnote.
Palmzucker: Palmzucker ist das Herzstück der Süße. Er hat eine viel mildere, fast karamellige Note, die normaler Zucker einfach nicht erreicht.
Weißer Zucker: Wir mischen ihn mit dem Palmzucker, um die Süße perfekt auszubalancieren und der Sauce eine klare Struktur zu geben.
Salz: Das ist vielleicht die wichtigste Zutat in dieser Sauce! Ein Teelöffel Salz mag für ein Dessert nach viel klingen, aber es ist der entscheidende Gegenspieler zur Süße. Das Salz lässt den Kokosgeschmack erst richtig explodieren und verhindert, dass die Sauce flach schmeckt.
Pandanblätter (optional): Diese Blätter geben der Sauce ein feines, blumiges Aroma. Wenn du welche im Asiamarkt findest – super! Wenn nicht, ist das überhaupt kein Problem. Die Sauce schmeckt auch ohne sie fantastisch.
So einfach bereitest du die gegrillten Bananen zu
Schritt 1: Bananen vorbereiten
Schäle die Bananen und schneide sie in gleichmäßige, mundgerechte Stücke von etwa 2-3 cm Dicke. Fädle die Stücke vorsichtig auf die Bambusspieße. Kleiner Tipp: Wenn du Holzspieße verwendest, weiche sie vorher kurz in Wasser ein, damit sie dir auf dem heißen Grill nicht verbrennen.
Schritt 2: Spieße sanft grillen
Grille die Bananenspieße bei niedriger bis mittlerer Hitze, egal ob über Holzkohle oder in einer Grillpfanne. Wende sie dabei regelmäßig, bis die Bananen von außen leicht karamellisiert und goldbraun und im Inneren wunderbar weich und cremig sind. Das dauert ungefähr 10-15 Minuten.
Schritt 3: Die Sauce ansetzen
Während die Bananen auf dem Grill liegen, kannst du perfekt die Sauce zubereiten. Schmilz dafür die Butter in einem kleinen Topf bei mittlerer Hitze.
Schritt 4: Den Geschmack aufbauen
Gib nun die Kokosmilch, den Palmzucker, den weißen Zucker, das Salz und die geknoteten Pandanblätter (falls du sie verwendest) zur geschmolzenen Butter. Rühre alles gut um, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat.
Schritt 5: Köcheln und servieren
Lass die Sauce nun unter regelmäßigem Rühren köcheln, bis sie leicht andickt. Wichtig: Nimm den Topf vom Herd, solange die Sauce noch etwas flüssig wirkt. Sie wird beim Abkühlen noch deutlich fester! Entferne die Pandanblätter und serviere die Sauce am besten noch warm zu den frischen Bananenspießen.
So servierst du Kluay Ping am besten
Am allerbesten schmecken die Spieße natürlich frisch vom Grill, großzügig übergossen mit der warmen Kokos-Karamell-Sauce. Leg sie einfach auf einen Teller und sei nicht schüchtern. Hier gibt es kein „zu viel“ oder „zu wenig“ – nur das, was dir schmeckt.
Möchtest du trotzdem noch etwas variieren? Dann habe ich hier ein paar Ideen für dich:
- Für extra Crunch: Streue eine Handvoll grob gehackte, geröstete Erdnüsse darüber. Diese Kombination aus cremig und knackig ist auch in Thailand sehr beliebt.
- Der Klassiker: Eine Kugel cremiges Vanilleeis, das auf den warmen Bananen langsam schmilzt, ist natürlich immer eine gute Idee.
- Weitere Ideen: Ein einfacher Klecks frische Schlagsahne oder ein paar frische Früchte wie Mango oder Passionsfrucht passen ebenfalls wunderbar dazu.

Vier Tipps für perfekte Kluay Ping
Damit dir dieses einfache Dessert garantiert gelingt, habe ich hier noch ein paar kleine Kniffe für dich, die ich über die Jahre gelernt habe.
Die goldene Regel: Weniger Hitze ist mehr. Grille die Spieße bei niedriger bis mittlerer Hitze. Gib ihnen Zeit, außen langsam zu karamellisieren, während sie innen wunderbar weich werden. Bei zu starker Hitze verbrennt die Oberfläche, bevor das Innere gar ist.
Ein Hauch von Öl wirkt Wunder. Egal ob du einen Grillrost oder eine Pfanne nutzt: Reibe sie vorher mit einem Hauch neutralem Öl ein. So kleben die Bananen mit ihrem natürlichen Zucker nicht an und du kannst sie problemlos wenden.
Vermeide brennende Spieße. Wenn du Holz- oder Bambusspieße verwendest, lege sie vorher für etwa 20 Minuten in Wasser. So saugen sie sich voll und verbrennen dir auf dem heißen Grill nicht.
Alle Stücke gleich groß schneiden. Achte darauf, dass deine Bananenstücke ungefähr die gleiche Dicke haben. Das ist kein Schönheitswettbewerb, sondern sorgt einfach dafür, dass alle Stücke gleichzeitig perfekt gar werden.
Aufbewahren & Wieder aufwärmen
Ganz ehrlich: Am allerbesten schmecken die Bananen und die Sauce frisch und warm direkt vom Grill. Aber falls du doch einmal Reste haben solltest, ist das überhaupt kein Problem. So bewahrst du sie richtig auf:
Die gegrillten Bananen: Lass die Spieße zuerst vollständig auf Raumtemperatur abkühlen. Packst du sie noch warm ein, bildet sich Kondenswasser und sie werden matschig. Bewahre sie danach in einem luftdichten Behälter im Kühlschrank auf. So halten sie sich gut für bis zu 2 Tage. Die Textur wird etwas weicher, aber der Geschmack bleibt super.
Die Kokos-Karamell-Sauce: Die übrige Sauce kannst du einfach in ein kleines Glas oder einen Behälter mit Deckel füllen. Im Kühlschrank ist sie locker 5 Tage haltbar. Keine Sorge, sie wird beim Kühlen deutlich fester – das ist völlig normal!
So wärmst du alles wieder auf:
Die Bananen kannst du einfach sanft in einer Pfanne bei niedriger Hitze oder kurz auf dem Grill wieder erwärmen. Die kalte Sauce gibst du in einen kleinen Topf und erwärmst sie langsam bei niedriger Stufe, bis sie wieder flüssig und cremig ist.
Mein Tipp: Wenn dir die Sauce beim Erwärmen zu dick erscheint, gib einfach einen kleinen Schuss Kokosmilch oder Wasser hinzu und rühre um, bis sie wieder die perfekte Konsistenz hat.

Gegrillte Bananen mit Kokos-Karamell-Sauce (Kluay Ping)
Kochutensilien
- Scharfes Messer und Schneidebrett
- Grill (Holzkohle oder Grillpfanne)
- Kleiner Topf (für die Sauce)
- Schneebesen
- Küchenzange
Zutaten
- 12 kleine feste Bananen (am besten eignen sich die thailändischen Nam Wah-Bananen, die gerade anfangen zu reifen)
- 30 g Butter
- 240 ml Kokosmilch
- 80 g Palmzucker (findest du im Asiamarkt)
- 100 g weißer Zucker
- 1-2 TL Salz
- 2 Pandanblätter (optional, für das Aroma)
- Bambus- oder Holzspieße
Anleitungen
- Bereite die Bananen vor. Schäle sie und schneide sie in mundgerechte, etwa 2-3 cm dicke Stücke. Fädle die Stücke vorsichtig auf die Spieße. Wenn du Holzspieße nutzt, weiche sie vorher kurz in Wasser ein, damit sie auf dem Grill nicht verbrennen.
- Grille die Bananenspieße bei niedriger bis mittlerer Hitze für etwa 10-15 Minuten. Wende sie dabei regelmäßig mit einer Zange, damit sie von allen Seiten eine schöne, leichte Karamellisierung bekommen, aber nicht anbrennen. Sie sind perfekt, wenn sie außen goldbraun und innen weich und cremig sind.
- Während die Bananen grillen, kannst du die Sauce vorbereiten. Schmilz dafür die Butter in einem kleinen Topf bei mittlerer Hitze. Gib nun Kokosmilch, Palmzucker, weißen Zucker, Salz und die geknoteten Pandanblätter (falls du sie verwendest) hinzu.
- Lass die Sauce unter ständigem Rühren köcheln, bis der Zucker sich komplett aufgelöst hat und sie leicht andickt. Wichtig: Nimm die Sauce vom Herd, wenn sie noch etwas flüssig ist. Sie dickt beim Abkühlen noch deutlich nach! Entferne die Pandanblätter vor dem Servieren.
Notizen
Nährwerte
Guten Appetit
Ich hoffe, dieses einfache Rezept bringt dir ein Stück thailändisches Markt-Gefühl direkt nach Hause. Diese Kombination aus der warmen, süßen Banane und der cremig-salzigen Kokos-Sauce ist einfach unschlagbar und so herrlich unkompliziert. Probier es unbedingt aus – es ist der perfekte Abschluss für einen Grillabend oder einfach ein schneller Genuss zwischendurch. Ich bin mir sicher, du wirst es lieben!
Wie hat’s geschmeckt?
Ist dir die Kokos-Karamell-Sauce auch so herrlich cremig gelungen? Und hat dich die salzige Note in der süßen Sauce auch so begeistert? Lass uns sehr gerne einen Kommentar oder eine Sterne-Bewertung da – wir freuen uns riesig über jedes Feedback von dir!
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