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Ein Thailändischer Eiskaffee (Gafae Yen) ist mehr als nur ein Getränk – er ist ein echter Klassiker, den in Thailand wirklich jeder liebt. Und wenn man bedenkt, wie heiß es in diesem Land meistens ist, kannst du uns glauben: Wir wissen, wie man einen verdammt guten kalten Drink macht.

Er ist dunkel, stark, unglaublich cremig und bekommt seine Süße durch diese eine magische Zutat, ohne die in Thailand fast nichts geht: gesüßte Kondensmilch. Einfach nur lecker.

Übrigens: Wenn du Lust auf etwas Ähnliches hast, aber mit etwas weniger Koffein, probier unbedingt auch mal unseren Thai Eistee (Cha Yen) – die Zutaten sind fast dieselben!

Inhalt

Was macht Gafae Yen so besonders?

Vielleicht fragst du dich, was diesen Eiskaffee von deinem normalen Cold Brew unterscheidet. Hier sind ein paar Gründe, warum wir ihn so lieben:

Er hat Tiefe: Das hier ist kein saurer Hipster-Kaffee. Thai-Kaffee wird traditionell sehr dunkel geröstet und hat ein kräftiges, fast schokoladiges Aroma. Das bedeutet: Selbst wenn das Eis langsam schmilzt, schmeckt dein Kaffee immer noch nach Kaffee und nicht nach Wasser.

Cremig ohne Sahne: Das Geheimnis für diese luxuriöse Cremigkeit ist die Kombination aus gesüßter Kondensmilch und ungesüßter Dosenmilch (Evaporated Milk). Das gibt dem Drink Körper und verhindert, dass er wässrig wird.

Süß, aber nach deinen Regeln: Mein größtes Problem mit gekauftem Thai-Eiskaffee ist oft, dass er viel zu süß ist. In Thailand kann ich einfach „weniger süß“ bestellen, aber im Supermarkt kommt er oft schon fertig gemischt aus dem Kühlregal. Wenn du ihn zu Hause machst, hast du die volle Kontrolle.

Thai vs. Vietnamesischer Kaffee: Was ist der Unterschied?

Auf den ersten Blick wirken beide ähnlich: stark, süß, cremig und mit Kondensmilch. Aber es gibt ein paar wichtige Unterschiede:

Die Bohnen: Die verwendeten Kaffeebohnen sind verschieden und haben daher ein anderes Aroma. Thai-Kaffee (speziell Oliang-Mischungen) enthält oft noch andere Zutaten, was ihm diesen speziellen Röstgeschmack gibt.

Die Zubereitung: Vietnamesischer Kaffee tropft langsam durch einen speziellen Metallfilter (Phin) direkt in dein Glas. Thai-Kaffee hingegen wird wie Tee aufgebrüht: Man lässt ihn ziehen und filtert ihn dann traditionell durch einen Stoffbeutel („Coffee Sock“).

Das Topping: Ein echter Thai Eiskaffee bekommt am Ende fast immer einen Schuss ungesüßte Dosenmilch (Evaporated Milk) oben drauf. Vietnamesischer Kaffee bleibt meist bei der gesüßten Kondensmilch am Boden.

Zutaten: Was du brauchst

Für den echten Geschmack brauchst du ein paar spezielle Dinge aus dem Asiamarkt. Die genauen Mengenangaben stehen wie immer unten in der Rezeptkarte.

Thai Kaffee: Theoretisch kannst du jeden sehr dunkel gerösteten Kaffee nehmen. Aber für den authentischen Geschmack solltest du nach speziellem Thai-Kaffee suchen. Oft steht auf der Packung „Oliang Powder Mixed”. Das ist eine Mischung, die neben Kaffeebohnen oft auch gerösteten Mais und Sojabohnen enthält – das sorgt für dieses ganz spezielle, leicht rauchige Aroma.

Gesüßte Kondensmilch: Achte auf Qualität! Gute Marken (wie Longevity oder Milchmädchen) bestehen fast nur aus Milch und Zucker. Wenn die Zutatenliste endlos lang ist und Pflanzenfette enthält, lass sie lieber stehen.

Ungesüßte Kondensmilch (Evaporated Milk): Das ist im Grunde Kondensmilch ohne Zucker. Wir brauchen sie für die Cremigkeit und diesen schöne„Schneeeffekt“ oben drauf.

Zucker: Je nachdem, wie süß du es magst, kannst du noch etwas extra Zucker dazugeben.

Salz: Mein Geheimtipp! Eine winzige Prise Salz hebt die Süße hervor und verhindert, dass der Drink pappig schmeckt.

Jede Menge Eis: Und damit meine ich wirklich viel. Füll dein Glas bis oben hin voll mit Eiswürfeln (oder noch besser: Crushed Ice), bevor du den Kaffee eingießt.

Wie brüht man das richtig auf?

Über Kaffee kann man nicht sprechen, ohne über das Werkzeug zu reden. Traditionell wird Thai-Kaffee in einem Stoffbeutel gebrüht, der wie eine lange Socke aussieht und in eine Kanne gehängt wird.

Aber keine Sorge, du musst dir nicht extra Equipment kaufen. Folgende Methoden funktionieren auch super:

Der Klassiker: Ein traditioneller Thai-Kaffee/Teefilter aus Stoff (gibts im Asiamarkt).

Die French Press: Funktioniert hervorragend und hat fast jeder zu Hause.

Handfilter: Ein ganz normaler Kaffeefilter mit Papier geht natürlich auch.

Egal welche Methode du wählst: Wichtig ist, dass du den Kaffee ein paar Minuten ziehen lässt, damit er schön stark wird.

Schritt für Schritt: Dein Eiskaffee in 10 Minuten

Schritt 1: Aufbrühen

Übergieße das Kaffeepulver mit heißem Wasser und lass es 5 Minuten ziehen. Du kannst das direkt im traditionellen Stoffbeutel machen, in einer French Press oder einfach in einer Kanne, wenn du es später durch einen Papierfilter gießt.

Schritt 2: Vorbereiten

Während der Kaffee zieht, gibst du die gesüßte Kondensmilch, den Zucker und die Prise Salz in ein hitzebeständiges Glas oder einen Messbecher.

Schritt 3: Mischen

Gieß den fertig gezogenen, heißen Kaffee über deine Milch-Zucker-Mischung.

Schritt 4: Abschmecken

Rühr gut um, bis sich alles aufgelöst hat. Probier jetzt mal: Der Kaffee sollte etwas zu stark und zu süß schmecken. Das muss so sein! Das viele Eis wird ihn gleich verdünnen. (An diesem Punkt kannst du den Kaffee übrigens auch abkühlen lassen und im Kühlschrank aufbewahren).

Schritt 5: Eis dazu

Füll dein Servierglas bis zum Rand mit Eis. Gieß den Kaffee darüber.

Schritt 6: Das Finale

Jetzt kommt der schönste Teil. Gieß einen kräftigen Schuss ungesüßte Dosenmilch (Evaporated Milk) oben drauf und beobachte, wie sie langsam durch den dunklen Kaffee nach unten wirbelt.

Aufbewahren & Vorbereiten

Du kannst den Kaffee wunderbar vorbereiten. Mach einfach gleich eine größere Menge (bis Schritt 4), lass sie abkühlen und füll sie in eine Flasche. Im Kühlschrank hält sich die Kaffee-Milch-Mischung locker bis zu einer Woche.

Wenn dich dann die Hitze oder das Nachmittagstief erwischt: Einfach Eis ins Glas, Kaffee drauf, Dosenmilch-Topping drüber – fertig in 30 Sekunden.

Thailändischer Eiskaffee in hohen Gläsern mit Eiswürfeln auf einem gewebten Tischset, wobei in das vordere Glas Milch eingegossen wird, die sich wirbelnd mit dem Kaffee vermischt; dekoriert mit Kaffeebohnen vor einem dunkelroten Hintergrund.

Thailändischer Eiskaffee (Gafae Yen – กาแฟเย็น)

Vergiss den langweiligen Milchkaffee. Gafae Yen ist eine Offenbarung: stark, süß, cremig und eiskalt. In Thailand ist er der Treibstoff, der uns durch heiße Tage bringt. Das Besondere ist die Röstung der Kaffeebohnen, die oft mit Mais und Sojabohnen gemischt werden, was ihm dieses unverwechselbare, fast kakaoartige Röstaroma gibt. Mit diesem Rezept zeige ich dir, wie du den Straßencafé-Klassiker zu Hause machst – und die Süße genau an deinen Geschmack anpasst.
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Vorbereitungszeit 5 Minuten
Zubereitungszeit 5 Minuten
Gesamtzeit 10 Minuten
Gericht Getränke
Küche Thai
Portionen 1 Glas

Kochutensilien

  • Wasserkocher
  • Thailändischer Kaffeefilter (Stoffsieb), French Press oder Handfilter
  • Krug zum Mischen
  • Hohes Glas

Zutaten
  

  • 3 EL Thai-Kaffeepulver (siehe Tipp)
  • 180 ml heißes Wasser (kurz vor dem Kochen)
  • 2 EL gezuckerte Kondensmilch
  • 2 TL Zucker (nach Geschmack)
  • 1 Prise Salz
  • 2-3 EL ungesüßte Kondensmilch (Evaporated Milk)
  • Viel Eis (Crushed Ice oder Würfel)

Anleitungen
 

  • Übergieße das Kaffeepulver mit dem heißen Wasser. Lass es 5 Minuten ziehen, damit er richtig stark wird („steeping“).
    Methode 1 (Klassisch): Kaffeepulver in einen Stofffilter geben und diesen in einen Krug hängen.
    Methode 2: French Press benutzen.
    Methode 3: Direkt im Krug mischen und später durch einen Papierfilter gießen.
  • Während der Kaffee zieht, gib die gezuckerte Kondensmilch, den Zucker und die Prise Salz in ein separates Mischglas.
  • Filtere den fertigen Kaffee ab und gieße ihn heiß direkt auf die Milch-Zucker-Mischung.
  • Rühre kräftig um, bis sich alles aufgelöst hat. Probier jetzt: Der Kaffee muss im warmen Zustand zu süß und zu stark schmecken! Warum? Weil das viele Eis ihn später verdünnt und kühlt (Kälte schluckt Süße).
  • Fülle dein Servierglas randvoll mit Eis. Gieße die Kaffeemischung darüber.
  • Zum Schluss gießt du die ungesüßte Kondensmilch (Evaporated Milk) oben drauf. Sieh zu, wie sie langsam durch das Eis nach unten sinkt („cascade effect“) – das ist der schönste Moment! Vor dem Trinken umrühren.

Notizen

Extra-Tipp: Für den echten Geschmack benötigst du spezielles Thai-Kaffeepulver (z. B. die Marke „Oliang“ oder „Pantai“). Normaler Kaffee schmeckt zu sauer und fruchtig für dieses Rezept. Der Thai-Kaffee ist dunkler und röstiger.
Die Prise Salz ist kein Fehler! Sie mildert eventuelle Bitterstoffe ab und hebt den karamelligen Geschmack der Kondensmilch hervor. Wenn dir der Kaffee später doch nicht süß genug ist: Löse Zucker in ganz wenig warmem Wasser auf, bevor du ihn nachgießt, sonst löst er sich im kalten Getränk nicht auf.
Keyword Thailändischer Eiskaffee
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Chon Kaew! (Prost!)

Ich hoffe, dieser Gafae Yen bringt dir die nötige Abkühlung und einen kleinen Energie-Kick. Für mich ist es der beste Beweis, dass man für richtig guten Eiskaffee nicht in ein teures Café gehen muss – die beste Version machst du dir jetzt einfach selbst zu Hause.

Wie hat es dir geschmeckt?

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