Ich dachte immer, diese knusprig frittierten Wan Tan bekomme ich nur in Thailand auf einem Nachtmarkt oder in einem asiatischen Restaurant – bis ich dieses Rezept ausprobiert habe. Ja, das Falten wirkt am Anfang fummelig. Aber sobald das Öl zischt und der erste Duft aufsteigt, weißt du: Das wird gut. Unglaublich knusprig, unglaublich einfach. Und ehrlich? Die schmecken so verdammt gut, du wirst dich fragen, warum du nicht schon früher angefangen hast, sie selbst zu machen.

Diese Wan-Tan ohne eine Dipsauce? Kaum vorstellbar. Erst das Zusammenspiel gibt dir dieses Gefühl von Streetfood.

Inhalt

Was sind frittierte Wan-Tan?

Im Grunde eine simple, aber geniale Idee: kleine Teigtaschen, meist gefüllt mit würzigem Hackfleisch oder Garnelen, die in heißem Öl goldbraun ausgebacken werden. Ein klassischer Snack, den man in fast jedem asiatischen Land findet. Anders als ihre gekochten Verwandten, die oft in einer Suppe landen, sind Kiew Tod (เกี๊ยวทอด) zum Dippen und Knabbern da.

Egal ob in der chinesischen oder thailändischen Küche, eines scheint nicht verhandelbar: Frittierte Wan-Tan und eine gute Dipsauce gehören untrennbar zusammen.

Das Geheimnis von Kiew Tod

Ich habe mal einen Straßenverkäufer gefragt, was seine Wan-Tans so gut macht. Seine Antwort war verblüffend einfach: Er beschränkt sich auf eine reine Schweinehack-Füllung. Ganz pragmatisch, weil es sich sonst für ihn nicht lohnt.

Zu Hause haben wir mehr Freiheit. Man kann klassisch nur Hackfleisch nehmen oder Schweinefleisch mit Garnelen kombinieren, was den Bissen noch mehr Tiefe gibt.

So lassen sich die knusprigen Snacks je nach Lust variieren und zu echten Publikumslieblingen machen. Bereite doch gleich eine größere Menge für die nächste Party vor – sie passen perfekt zu einem Buffet neben Tod Mun Pla (Fischkuchen) oder Kai Tod (knuspriges Thai-Hähnchen).

Wan Tan in Nahaufnahme

Einer der größten Vorteile dieser kleinen Wan-Tan ist ihre Lagerfähigkeit: Sie lassen sich wunderbar einfrieren und sind damit wie geschaffen fürs Meal Prep. Kaum ein Snack eignet sich besser zum Vorbereiten. Wer sie frühzeitig zubereitet und auf Vorrat legt, hat später den Luxus, mehr Zeit mit Gästen oder Familie zu verbringen – und hat weniger Stress in der Küche.

Und mal ehrlich: Falls du die ganze Portion lieber selbst verputzt, kein Grund für ein schlechtes Gewissen – ich würd’s wahrscheinlich genauso machen.

Ob du sie nun teilst oder alle für dich behältst, eines ist nicht verhandelbar: Die frisch frittierten Kiew Tod brauchen eine Sauce. Probier sie unbedingt mit einer Thai Sweet Chili Sauce.

Wan-Tan-Teigblätter

Das A und O für wirklich knusprige Kiew Tod sind die Teigblätter. In Thailand gibt es spezielle Blätter zum Frittieren und andere für die Suppe. Die für die Fritteuse sind dünner, fast schon zart, und werden dadurch unglaublich kross.

Du findest sie im Asiamarkt oder in größeren Supermärkten, oft in der internationalen Abteilung. Sie sind bereits gebrauchsfertig verpackt.

Wan-Tan-Teigblätter sind hauchdünne Teigplatten, hergestellt aus Mehl, Ei und Wasser. Genutzt werden sie in erster Linie für Wan Tans oder Dumplings, die man mit Fleisch, Garnelen oder auch Gemüse füllen kann. Gerade ihre feine Struktur macht sie so vielseitig – sie lassen sich frittieren, kochen oder dämpfen.

Dumpling-Teigblätter sind etwas dicker. Die gehen zur Not auch, aber das Ergebnis ist dann eben nicht ganz so filigran und knusprig.

Weitere Zutaten

Die weiteren Zutaten findest du problemlos in Supermärkten mit internationalem Angebot oder im Asialaden. Die genauen Mengenangaben findest du – wie gewohnt – in der Rezeptkarte am Ende des Beitrags.

Wan-Tan-Teigblätter: Die dünnen Blätter, die beim Frittieren richtig splittern. Du findest sie wie bereits erwähnt im Asialaden oder großen Supermärkten.

Schweinehack: Die Basis für eine saftige Füllung.

Helle Sojasauce: Verstärkt die Umami-Noten des Fleisches und bringt Tiefe ins Aroma.

Weißer Pfeffer: Gibt eine feine Schärfe, ohne den Geschmack zu dominieren.

Zucker: Ein Hauch davon gleicht die Aromen aus – ein Detail, das in thailändischen Rezepten fast nie fehlt.

Sesamöl: Nur ein paar Tropfen für das nussige Aroma.

Korianderwurzel: Fügt dem Schweinefleisch einen frischen, erdigen Ton hinzu.

Frühlingszwiebeln: Fein gehackt sorgen sie für knackige Frische und subtile Zwiebelwürze.

Knoblauch: unverzichtbar in der thailändischen Küche, intensiv im Duft und Geschmack.

Öl: Zum Frittieren eignet sich ein hitzestabiles, neutrales Öl wie Raps- oder Sonnenblumenöl.

Zubereitung der frittierten Wan Tans

Schritt 1

Knoblauch und Korianderwurzel mit Mörser und Stößel fein zerstoßen.

Schritt 2

In einer Schüssel Schweinehack mit der Knoblauch-Koriander-Mischung, heller Sojasauce, weißem Pfeffer, etwas Zucker und Sesamöl vermengen. Mit den Händen gut durchkneten, bis alles gleichmäßig verbunden ist. Zum Schluss Frühlingszwiebeln unterheben, aber nur sanft mischen.

Schritt 3

Ein Wonton-Blatt flach in die Hand legen und etwa einen Teelöffel Füllung in die Mitte geben. Die Ränder mit ein wenig Wasser anfeuchten – das wirkt wie Kleber. Zu einem Dreieck zusammenfalten und die Kanten fest andrücken. So lange wiederholen, bis die Füllung aufgebraucht ist.

Schritt 4

Öl in einem Topf oder einer Pfanne auf etwa 175 °C erhitzen. Die Wontons portionsweise hineingeben und nicht zu eng legen. Frittieren, bis sie goldgelb und knusprig sind, dabei zwischendurch wenden. Sie schwimmen auf, wenn die Füllung gegart ist. Nach dem Ausbacken auf Küchenpapier abtropfen lassen – fertig zum Genießen!

Was du in der Küche benötigst:

  • Kleiner Löffel – um die Füllung gleichmäßig auf die Wonton-Blätter zu setzen
  • Kleine Schale Wasser – zum Anfeuchten der Ränder, damit sie sicher zusammenkleben
  • Schneidebrett & scharfes Messer – zum Hacken der Frühlingszwiebeln
  • Sieblöffel – ideal, um die fertigen Wontons aus dem heißen Öl zu heben
  • Mörser und Stößel oder Mixer – zum Zerreiben von Knoblauch und Korianderwurzel
  • Große Pfanne oder Wok – fürs gleichmäßige Frittieren
  • Rührschüssel – um die Füllung sorgfältig zu vermengen
  • Küchenpapier – damit überschüssiges Öl nach dem Frittieren abtropfen kann
  • Messlöffel und -becher – für exakte Mengen

Die Falttechnik

Wan-Tan falten ist einfacher, als du denkst. Vergiss Perfektion – Hauptsache, sie sind gut verschlossen. Hier zeige ich dir Schritt für Schritt, wie es geht:

Wan-Tan falten in 3 Schritten
  1. Einen Teelöffel Füllung in die Mitte des Wan-Tan-Blattes setzen.
  2. Den Zeigefinger leicht ins Wasser tauchen und die Ränder des Teigblattes befeuchten – so kleben sie besser.
  3. Das Blatt diagonal zusammenklappen, sodass ein Dreieck entsteht, und die Kanten sorgfältig andrücken, damit die Füllung gut verschlossen ist.

Noch ein paar Tipps aus der Praxis

Damit die empfindlichen Teigblätter nicht austrocknen und beim Falten brechen, solltest du sie immer mit einem feuchten Tuch abdecken – das gilt für den Stapel genauso wie für die fertigen Wontons.

Öltemperatur: Am besten frittierst du bei etwa 175 °C. Wird das Öl zu heiß, verbrennen die Wontons außen, während die Füllung noch roh bleibt. Ist es zu kühl, saugen sie sich mit Fett voll.

Vorbereiten: Die Füllung kannst du problemlos ein bis zwei Tage vorher zubereiten und im Kühlschrank aufbewahren.

Gemüse: Klein gewürfelte Champignons, Weißkohl, Karotten, Wasserkastanien oder Shiitake-Pilze geben der Füllung Abwechslung und Struktur.

Gewürze: Experimentiere mit Austernsauce, Fischsauce oder frisch gemahlenem Pfeffer – die Mischung lässt sich gut deinem eigenen Geschmack anpassen.

Proteine: Klassiker sind Schwein und Garnelen. Mit Geflügel, Rind oder sogar Fisch funktioniert es auch, doch die traditionellen Varianten liefern meist das rundeste Ergebnis.

Falten: Ich habe mich hier für die einfache Dreiecksvariante entschieden, doch das ist nur eine von vielen Optionen. Wenn du experimentierfreudig bist, probiere ruhig andere Formen aus.

Serviervorschlag

Nach dem Frittieren die Wan-Tan kurz auf Küchenpapier abtropfen, damit überschüssiges Öl verschwindet. Reiche sie anschließend mit einer leckeren Sauce zum Dippen – von süßlich bis pikant ist alles möglich. Wer mag, bestreut sie zusätzlich mit etwas Frühlingszwiebelgrün für Farbe und Biss. Perfekt als kleine Häppchen, die bei jeder Party im Nu verschwinden.

Saucen zum Dippen

Was wären Wontons ohne einen passenden Dip? Ob würzig, süß oder scharf – die richtige Sauce macht den Unterschied. Hier eine kleine Auswahl:

  • Thailändische Hot Sauce (Sriracha) – sorgt für ordentlich Schärfe.
  • Tamarinden-Sauce – bringt ein süß-säuerliches Aroma mit, das sehr typisch für Thailand ist.
  • Klassischer Wonton-Dip – schlicht, würzig und angenehm deftig.
  • Sweet-Chili-Sauce – ein Allrounder, süß, leicht scharf und bei Partys immer beliebt.

Aufbewahren & Aufwärmen

Lass die frittierten Wontons erst vollständig auf Zimmertemperatur abkühlen. Danach bewahrst du sie in einem luftdichten Behälter im Kühlschrank auf – bis zu drei Tage halten sie problemlos.

Zum Aufwärmen: Im Ofen bei 175 °C etwa 5–10 Minuten auf ein Blech legen, bis sie wieder knusprig sind. Oder, wenn es besonders schnell gehen soll, kurz in heißem Öl nachfrittieren – so werden sie fast wie frisch gemacht.

Häufig gestellte Fragen

Sind Wan-Tan glutenfrei?

Nein, die klassischen Teigblätter bestehen aus Weizenmehl und enthalten damit Gluten.

Kann man Wan-Tans im Airfryer zubereiten?

Ja, das klappt gut. Bestreiche beide Seiten dünn mit Öl und gare sie bei 175 °C etwa 10 Minuten. Nach der Hälfte der Zeit einmal wenden. Wichtig: Die Wan-Tans sollten nebeneinander in einer Lage im Korb liegen, damit sie gleichmäßig bräunen.

Ein schwarzer Teller mit mehreren goldbraun frittierten Wan Tan, gefüllt mit Hackfleisch, die in eine dreieckige Form haben. Daneben befindet sich eine kleine Schüssel mit Sweet-Chilisauce, garniert mit frischen, gehackten Kräutern. Der Hintergrund zeigt ein dekoratives, gemustertes Tisch-Set.

Originalrezept: Frittierte Wan Tan mit Hackfleisch (Kiew Tod)

Thomas
Mit diesem Rezept gelingen dir frittierte Wan (Kiew Tod), die so knusprig sind wie am besten Straßenstand in Bangkok. Es ist überraschend einfach – und die selbstgemachte Dipsauce ist natürlich Pflicht.
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Vorbereitungszeit 30 Minuten
Zubereitungszeit 20 Minuten
Gesamtzeit 50 Minuten
Gericht Vorspeise
Küche Thai
Portionen 5 Personen
Kalorien 166 kcal

Zutaten
  

  • 1 P Wan Tan Teigblätter
  • 250 g Schweinehack
  • 1 EL helle Sojasauce
  • 1 TL weißer Pfeffer
  • 1 TL Zucker
  • 1 EL Sesamöl
  • 2 Korianderwurzeln das Herzstück
  • 3 Knoblauchzehen
  • 2 Frühlingszwiebeln in feinen Ringen
  • Öl zum Frittieren

Anleitungen
 

  • Zuerst die Aromen freisetzen: Knoblauch und Korianderwurzel im Mörser zu einer Paste zerstoßen.
  • In einer Schüssel das Hackfleisch mit der Paste, Sojasauce, Pfeffer, Zucker und Sesamöl gut verkneten. Die frischen Frühlingszwiebeln erst ganz am Ende unterheben.
  • Jetzt wird gefaltet: Einen Klecks Füllung aufs Teigblatt, Ränder mit Wasser befeuchten, zum Dreieck falten und festdrücken.
  • Das Öl auf etwa 175 °C bringen und die Wan-Tans in kleinen Gruppen goldbraun ausbacken. Sie sind perfekt, wenn sie knusprig sind und oben schwimmen. Kurz auf Küchenpapier abtropfen lassen und heiß servieren.

Notizen

  • Bei mir reicht die Füllung für etwa 35 Wan-Tans, du wirst also Teigblätter übrig haben – frier sie einfach ein.
  • Die Nährwertangaben können schwanken.

Nährwerte

Kalorien: 166kcalKohlenhydrate: 2gProtein: 9gFett: 13g
Keyword Frittierte Wan Tan
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