Es gibt wahrscheinlich kaum einen Geruch, der mich so sofort zurück nach Thailand katapultiert wie den von Moo Ping. Wenn dieser Duft von saftigem, leicht süßem Schweinefleisch über den Nachtmarkt weht, kann ich einfach nicht widerstehen.
Die gute Nachricht: Du kannst diese legendären Thai Schweinefleisch-Spieße auch zu Hause machen. Mit unserer traditionellen Marinade schmecken sie genauso rauchig, zart und würzig wie das Original vom Straßenrand – und es ist einfacher, als du denkst.
Was ist Moo Ping?

Im Grunde sind es marinierte Schweinefleischspieße, aber das wird ihnen kaum gerecht. Das Geheimnis liegt in der Marinade: Dünne Fleischscheiben baden in einer Mischung aus Kokosmilch, Knoblauch, Sojasauce und Palmzucker, bevor sie über heißer Holzkohle gegrillt werden, bis sie karamellisieren.
Während Gai Yang (Hähnchen) oder Moo Yang (Schweinenacken) oft große Abendessen sind, hat Moo Ping einen besonderen Platz in unserem Alltag. In Thailand ist es das klassische Frühstück „to go“ oder der perfekte Snack für zwischendurch. Man sieht morgens fast überall Menschen, die ein paar Spieße und ein Tütchen warmen Klebreis in der Hand haben.
Das Geheimnis für perfekte Spieße
Vielleicht hast du schon mal Spieße gegrillt, die am Ende trocken und zäh waren. Mir ging das am Anfang auch so. Aber dieses Rezept funktioniert immer, weil wir ein paar Tricks anwenden:
Fett ist Geschmack: Wir nutzen Schweinenacken oder Schulter. Das Fett sorgt dafür, dass das Fleisch auf dem Grill saftig bleibt und nicht austrocknet.
Zartmacher Kokosmilch: Die Kokosmilch in der Marinade macht das Fleisch unglaublich mürbe und zart.
Meine Geheimwaffe: Ein wenig Tapiokastärke. Sie bindet die Marinade am Fleisch und sorgt für diesen typischen, glänzenden Überzug, den man vom Markt kennt.
Die richtige Süße: Palmzucker karamellisiert viel schöner als weißer Zucker und gibt dem Fleisch diese dunkle, rauchige Glasur.
Dünn schneiden: Wir schneiden das Fleisch in dünne Scheiben. So gart es schnell durch, bleibt zart und saugt die Marinade bis in die letzte Faser auf.
Zutaten: Was du brauchst
Die Zutaten sind entscheidend für den Geschmack. Du findest alles im Asiamarkt. Die genauen Mengenangaben stehen wie immer unten in der Rezeptkarte.
Schweinenacken oder Schulter: Das ist wichtig! Nimm kein mageres Schnitzel. Wir brauchen das durchwachsene Fleisch, damit es auf dem Grill saftig bleibt.
Kokosmilch: Bitte nimm Vollfett-Kokosmilch (z.B. von Aroy-D). Die Light-Variante funktioniert hier nicht, weil das Fett das Fleisch zart macht.
Palmzucker: Er gibt den tiefen, karamelligen Geschmack. Hacke ihn vor dem Verwenden klein, damit er sich gut in der Marinade auflöst.
Austernsauce & Helle Sojasauce: Sie bilden die salzige Basis.
Dunkle Sojasauce: Sie ist dickflüssig und weniger salzig, sorgt aber für die wunderschöne dunkle Farbe. Ohne sie schmeckt es zwar gut, sieht aber blass aus.
Korianderwurzel: Das ist der „geheime“ Geschmacksträger. Wenn du keine Wurzeln findest, nimm einfach die untersten Stiele vom Korianderbund (aber nimm die doppelte Menge).
Tapiokastärke: Manchmal auch als Tapiokamehl verkauft. Sie sorgt für den Glanz.
Knoblauch & Weißer Pfeffer: Für die Würze.
Schritt für Schritt: So machst du Moo Ping
Schritt 1: Die Würzpaste
Schnapp dir deinen Mörser. Zerstoße den Knoblauch und die Korianderwurzeln so lange, bis du eine grobe, duftende Paste hast. Das ist die Basis für unser Aroma.
Schritt 2: Marinieren (Geduld zahlt sich aus!)
Verrühre in einer großen Schüssel die Kokosmilch, den Palmzucker, die Saucen, die Tapiokastärke und den Pfeffer, bis sich alles gelöst hat. Gib das dünn geschnittene Fleisch dazu und massiere die Marinade richtig schön ein.
Mein Tipp: Lass es über Nacht im Kühlschrank ziehen. Je länger, desto besser. Wenn du es eilig hast, reichen auch 4 Stunden, aber über Nacht wird es perfekt.
Schritt 3: Spießen
Weiche deine Bambusspieße erst mal für 20 Minuten in Wasser ein – sonst verbrennen sie dir auf dem Grill. Dann fädelst du das Fleisch wellenförmig auf die Spieße.
Schritt 4: Grillen
Jetzt wird’s heiß! Grill die Spieße bei mittlerer Hitze für etwa 2 bis 3 Minuten pro Seite. Pinsel sie kurz vor Schluss noch mal mit der restlichen Marinade ein, damit sie diesen unwiderstehlichen Glanz bekommen. Wenn sie dunkelbraun karamellisiert sind, sind sie fertig.
Wichtig:
Schütte die restliche Marinade aus der Schüssel nicht weg! Das ist pures Gold. Pinsel die Spieße in der letzten Minute auf dem Grill damit ein. Das sorgt für die extra Portion Geschmack und diesen typischen, klebrigen Glanz.
Die 5 häufigsten Fehler (und wie du sie vermeidest)
Damit dir das Moo Ping garantiert gelingt, achte auf diese Kleinigkeiten:
Zu mageres Fleisch: Bitte nimm kein Filet oder Schnitzel. Das wird trocken wie Schuhsohle. Wir brauchen das Fett vom Nacken oder der Schulter, damit es saftig bleibt.
Trockene Spieße: Bambusstäbchen müssen baden! Leg sie mindestens 20 Minuten in Wasser, bevor du sie benutzt. Sonst fangen sie auf dem Grill Feuer, bevor das Fleisch durch ist.
Zu dick geschnitten: Wenn die Scheiben zu dick sind, verbrennt dir außen der Zucker in der Marinade, während das Fleisch innen noch roh ist. Schneide es lieber dünner.
Zu viel Hitze: Durch den Palmzucker und die Kokosmilch verbrennen die Spieße schnell. Grill lieber bei mittlerer Hitze. Wenn Flammen hochschlagen (durch das tropfende Fett), zieh die Spieße kurz zur Seite.
Gedränge auf dem Rost: Leg die Spieße nicht zu eng aneinander. Die Hitze muss zirkulieren können, damit sie rundherum gleichmäßig bräunen und nicht dämpfen.
Einfrieren & Vorbereiten (Der Meal-Prep-Hack)
Das Geniale an diesem Rezept: Du kannst es wunderbar vorbereiten.
Roh einfrieren: Fädel das marinierte Fleisch auf die Spieße und leg sie erst mal flach auf einem Blech in den Gefrierschrank. Sobald sie gefroren sind, kannst du sie in einen Beutel packen. So halten sie sich bis zu 3 Monate.
Direkt auf den Grill: Du musst sie nicht mal auftauen! Leg die gefrorenen Spieße einfach bei etwas niedrigerer Hitze auf den Grill und wende sie oft.
Mein Tipp: Mach gleich die doppelte Menge. Es rettet dir jeden spontanen Grillabend, wenn du einfach in den Froster greifen kannst und fertige Moo Ping Spieße parat hast.
So wird ein Grillfest daraus

Ein Spieß kommt selten allein. Wenn du deine Freunde richtig beeindrucken willst, serviere Moo Ping als Teil eines großen Thai-BBQs:
Der Klassiker: Unbedingt mit einer Portion warmem Klebreis (Sticky Rice) und der scharfen Chili Sauce (Nam Jim Jaew) servieren.
Frische Beilage: Um die Süße und das Fett auszugleichen, passt ein knackiger Grüner Papayasalat (Som Tum) oder unser Mango Salat (Yam Mamuang) perfekt dazu.
Für den großen Hunger: Leg noch ein paar Thai Grillhähnchen (Gai Yang) dazu, und du hast das komplette Streetfood-Erlebnis im eigenen Garten.

Moo Ping (Thailändische Schweinefleisch-Spieße)
Kochutensilien
- Mörser und Stößel
- Bambusspieße (mindestens 15–20 Stück)
- Große Schüssel zum Marinieren
- Grill (Holzkohle ist am besten!) oder Grillpfanne
- Pinsel (zum Bestreichen)
Zutaten
- 550 g Schweinefleisch (am besten Schweinenacken oder Schulter – es braucht Fett!)
- 5 Zehen Knoblauch
- 2 Korianderwurzeln (gut gewaschen)
- 60 ml Kokosmilch (cremig)
- 2 EL 30 ml Austernsauce
- 1,5 EL 22 ml Helle Sojasauce
- ½ EL 8 ml Dunkle Sojasauce (für die Farbe)
- 2,5 EL Palmzucker (fein gehackt oder als Paste)
- 1 TL Weißer Pfeffer (gemahlen)
- 1 EL Tapiokastärke (macht das Fleisch samtig weich)
Anleitungen
- Zuerst stellen wir die Würzpaste her: Gib den Knoblauch und die Korianderwurzeln in den Mörser. Zerstoße alles zu einer feinen Paste.
- Gib die Paste in eine große Schüssel. Füge Kokosmilch, Palmzucker, Austernsauce, helle und dunkle Sojasauce, weißen Pfeffer und die Tapiokastärke hinzu. Verrühre alles gut, bis sich der Zucker und die Stärke komplett aufgelöst haben.
- Schneide das Schweinefleisch in dünne, mundgerechte Scheiben (ca. 0,5 cm dick und 3 cm breit). Gib das Fleisch zur Marinade und massiere sie richtig gut ein. Decke die Schüssel ab und lass das Fleisch für mindestens 4 Stunden (am besten über Nacht) im Kühlschrank ziehen. Das macht es butterweich.
- Lege die Bambusspieße für ca. 20 Minuten in Wasser ein (damit sie auf dem Grill nicht verbrennen). Spieße das Fleisch nun dicht an dicht auf die Stäbchen. Drücke es etwas zusammen, damit es saftig bleibt.
- Heize deinen Grill (oder die Grillpfanne) auf mittlere Hitze vor. Grille die Spieße für ca. 2–3 Minuten pro Seite. Wende sie regelmäßig und bestreiche sie zwischendurch mit der restlichen Marinade aus der Schüssel. Sie sind fertig, wenn sie durchgegart sind und an den Rändern dunkel karamellisieren. Serviere sie heiß mit Klebreis.
Notizen
Nährwerte
Guten Appetit
Ich hoffe, diese Spieße bringen dir den Geschmack der thailändischen Nachtmärkte direkt nach Hause. Es ist ein Rezept, das ein bisschen Vorbereitung benötigt (das Marinieren!), aber der erste Bissen in das saftige, rauchige Fleisch entschädigt für alles. Probier es aus und lass es dir schmecken!
Wie hat es dir geschmeckt?
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