Wenn der Hunger groß ist, aber die Zeit knapp, ist dieses Pad See Ew mit Rindfleisch oft mein Retter. Breite Reisnudeln treffen auf eine herrlich süß-salzige Sauce – ein echter Streetfood-Klassiker, den du in gut 20 Minuten ganz entspannt zu Hause auf den Tisch zauberst.
Es ist eines dieser Gerichte, das dich sofort nach Bangkok beamt. Du sitzt auf einem kleinen Plastikhocker, um dich herum der Lärm der Straße, und vor dir brutzelt ein Wok auf offener Flamme. Genau dieses Gefühl, diesen rauchigen Geschmack und dieses einfache, ehrliche Gericht holen wir uns heute in deine Küche.
Übrigens: Hast du noch etwas vom chinesischen Brokkoli (Kanaa) übrig? Perfekt! Der macht sich nämlich auch großartig in anderen Klassikern wie meinem Lad Na oder dem unglaublich beliebten Pad Kana Moo Krob.
Was ist Pad See Ew?
Pad See Ew (ผัดซีอิ้ว) ist ein absoluter Klassiker, der dir in Thailand an fast jeder Ecke begegnet. Der Name bedeutet wörtlich übersetzt so viel wie „in Sojasauce gebratene Nudeln“ – und genau das ist Programm.
Breite Reisnudeln (Sen Yai) werden im heißen Wok mit Fleisch – in diesem Fall zartem Rindfleisch – und knackigem chinesischem Brokkoli (Kanaa) durchgeschwenkt. Der Clou ist die dunkle Sojasauce, die dem Ganzen seine typische tiefbraune Farbe und den herrlich karamelligen Geschmack gibt. Süß, salzig, Umami und blitzschnell fertig – einfach perfekt, wenn es mal schnell gehen muss.
Es ist vielleicht nicht ganz so weltberühmt wie Pad Thai, aber in Thailand mindestens genauso beliebt. Und für viele ist es das ultimative „Comfort Food“.
Warum dein Pad See Ew zu Hause oft nicht schmeckt (und wie wir das ändern)
Vielleicht hast du es schon mal probiert und warst enttäuscht. Die Nudeln waren ein einziger Matschklumpen, das Fleisch zäh wie Schuhsohle oder der Geschmack einfach… flach. Keine Sorge, das liegt meist an ein paar typischen Fehlern, die wir ganz leicht vermeiden können.
Fehler 1: Zu viel Rühren, zu wenig Hitze.
Das Geheimnis ist Hitze. Viel Hitze. Wenn du die Nudeln bei niedriger Temperatur ewig in der Pfanne hin und her schiebst, werden sie matschig. Wir wollen sie kurz und scharf anbraten, damit sie diese leichte Röstnote bekommen (man nennt das „Wok Hei“ – der Atem des Woks).
Fehler 2: Die falschen Nudeln.
Ja, man kann getrocknete Nudeln nehmen (dazu gleich mehr), aber das echte Erlebnis steht und fällt mit frischen Sen Yai. Sie haben diesen speziellen Biss und saugen die Sauce auf wie ein Schwamm.
Fehler 3: Überladene Pfanne.
Wenn du für vier Personen auf einmal kochst, kühlt der Wok zu stark ab. Das Ergebnis: Du kochst die Nudeln eher, als dass du sie brätst. Mach lieber zwei Portionen nacheinander – es geht ja super schnell!
Sen Yai – Frische, breite Reisnudeln
Der wahre Unterschied für dein Pad See Ew liegt in den Nudeln: Sen Yai. Es sind diese frischen, breiten Reisblätter, die für die thailändische Nudelküche typisch sind. Hier bekommst du sie oft in Asiamärkten, aber wenn du sie nicht findest, mach sie doch einfach selbst nach meinem Rezept für Sen Yai.
Wenn sie mit schwarzer Sojasauce im Wok landen, glänzen diese glutenfreien Nudeln dunkelbraun und sehen einfach köstlich aus.
Das Besondere: Sie saugen den würzigen Umami-Geschmack der Sauce richtig auf. Dazu haben sie diesen herrlichen Biss, den nur breite Nudeln bieten.
Im Wok über hoher Hitze bekommen sie zudem eine leichte Röstnote, die ein wenig an Rauch erinnert.
Sen Yai sind übrigens super unkompliziert – du musst sie nicht einweichen, weil sie frisch verwendet werden.
Nur einen Haken gibt es: Du bekommst sie nicht immer leicht. Als ich noch in Belgien lebte, habe ich gefühlt jeden Asiamarkt abgeklappert, bis ich sie schließlich in einem thailändischen Supermarkt fand. Sobald du aber einmal weißt, wo sie zu haben sind, ist das Problem gelöst.
Wenn’s schnell gehen muss: Trockene Reisnudeln
Keine frischen Reisnudeln zur Hand? Macht nichts! Du kannst auch trockene Reisnudeln verwenden – das klappt prima. Diese Nudeln kommen übrigens auch in meinem Kua Mee Rezept zum Einsatz. Ein kleines Thai-Nudelgericht kannst du damit ebenfalls zaubern!
Wichtig dabei ist nur: Greif zur breitesten Variante, die du findest.
Kleiner Tipp: Anders als bei den frischen Nudeln musst du diese hier vorher einweichen und dann kurz bissfest (al dente) kochen, bevor sie in den Wok kommen. Einfach der Packungsanleitung folgen.
Tipps für dein Pad See Ew mit Rindfleisch
Frische Reisnudeln: Nimm sie vorher aus dem Kühlschrank, damit sie Zimmertemperatur erreichen. Das verhindert, dass sie im Wok zusammenkleben, und sie können die Sauce gleichmäßiger aufnehmen.
Kein Einweichen: Wichtig – frische Reisnudeln müssen nicht in Wasser eingeweicht werden.
Kreativität: Wenn du magst, wirf noch Sojasprossen, Babymais, Paprika oder Pilze mit hinein. Chinesischer Brokkoli (Kanaa) ist zwar klassisch, aber die thailändische Küche lebt davon, dass du sie deinem Geschmack anpasst.
Schnell & Heiß: Beim Wokken musst du flott sein. Zu langes Braten macht die Nudeln matschig und das Fleisch zäh. Rühren, rühren, rühren – und nichts anbrennen lassen!
Vorbereitung: Arbeite mit hoher Hitze und am besten in einem großen Wok oder einer geräumigen Pfanne. Alles sollte griffbereit stehen, denn im Wok geht es wirklich schnell.
Rindfleisch schneiden: Schneide das Fleisch in dünne Streifen quer zur Faser, damit es schön zart bleibt und nicht zäh wird.
Zutaten: Was du wirklich brauchst
Die meisten Zutaten bekommst du in deinem lokalen Asiamarkt. Die genauen Mengen findest du unten in der Rezeptkarte.
Rindfleisch: Hier lohnt es sich, auf Qualität zu achten. Flanksteak, Rumpsteak, Roastbeef oder Ribeye sind wunderbar zart und aromatisch. Wichtig: Immer quer zur Faser in dünne Streifen schneiden, damit es auf der Zunge zergeht.
Frische breite Reisnudeln (Sen Yai): Das sind die klassischen Nudeln für dieses Gericht. Ich liebe es, wenn man sie richtig schön aufschlürfen kann! Wenn du keine frischen findest, greif einfach zu getrockneten breiten Reisnudeln (vorher einweichen!).
Chinesischer Brokkoli (Kanaa/Gai Lan): Ein typisches asiatisches Blattgemüse mit dicken Stielen und großen grünen Blättern. Wir verwenden nur die zarten inneren Teile der Stiele und die Blätter. Er bringt den nötigen Crunch.
Dunkle Sojasauce: Sie ist der Maler in diesem Gericht. Sie sorgt fast ausschließlich für die tiefbraune Farbe und eine leicht süßliche Melasse-Note.
Austernsauce: Die Würze! Sie bringt den herzhaften Umami-Kick.
Weißer Essig: Ein kleiner Geheimtipp. Ein Spritzer Essig bricht die Schwere der Saucen und bringt die Aromen erst richtig zum Strahlen.
RosDee Würzpulver: In Thailand schwören viele auf dieses Würzpulver (meist Huhn oder Schwein), das Gerichten eine vollmundige Note verleiht. Alternativ kannst du auch Golden Mountain Sauce verwenden.
Weißer Zucker: Ganz wichtig für die Balance. Nimm hier wirklich weißen Zucker, um dem Originalgeschmack treu zu bleiben (kein brauner Zucker oder Palmzucker, das würde den Geschmack verfälschen).
Weißer Pfeffer: Gibt eine subtile Schärfe, ohne alles zu übertönen.
Knoblauch: Die Basis für fast jedes gute Wok-Gericht.
Eier: Sie umhüllen die Nudeln und machen das Gericht herrlich cremig und reichhaltig.
Schritt für Schritt: So gelingt es dir
Schritt 1: Nudeln vorbereiten
Zuerst kümmern wir uns um die Reisnudeln. Wenn du frische Sen Yai hast, müssen sie nicht gewaschen werden! Trenne die Nudelblätter vorsichtig voneinander. Gib sie zusammen mit der dunklen Sojasauce in eine Schüssel. Am besten nimmst du dafür die Hände (vielleicht mit einem Handschuh), damit du die Nudeln vorsichtig wenden kannst, ohne dass sie brechen. So bekommen sie schon vor dem Braten ihre Farbe.
Schritt 2: Fleisch anbraten
Erhitze einen großen Wok oder eine beschichtete Pfanne richtig heiß. Gib Öl hinein und brate den gehackten Knoblauch kurz an, bis er duftet. Dann kommen die Rindfleischstreifen dazu – brate sie nur kurz und scharf an, bis sie etwa halb gar sind. Nimm sie ruhig kurz wieder aus der Pfanne, damit sie nicht zäh werden (oder schieb sie an den Rand, wenn dein Wok groß genug ist).
Schritt 3: Eier rühren
In die freie Pfanne (oder die Seite) schlägst du die Eier. Rühre sie kurz um, bis sie leicht stocken, wie bei einem Rührei.
Schritt 4: Alles vereinen
Jetzt kommen die marinierten Nudeln dazu (und das Fleisch wieder rein). Gib Austernsauce, Zucker, Würzpulver (oder Golden Mountain Sauce), weißen Pfeffer und Essig hinein. Schwenk alles gut durch. Hier musst du schnell sein! Lass die Nudeln ruhig mal kurz unberührt am Pfannenboden liegen, damit sie leicht anrösten.
Schritt 5: Gemüse & Finale
Zum Schluss noch den chinesischen Brokkoli (Kanaa) unterrühren. Wie lange du sie brätst, ist Geschmackssache – ich mag es, wenn die Stiele noch knackig sind, also lasse ich sie meistens weniger als eine Minute drin. Sofort servieren!
Aufbewahren und Aufwärmen
Lass deine Reste einfach auf Zimmertemperatur abkühlen und pack sie dann in einen luftdichten Behälter. Im Kühlschrank halten sie sich problemlos 2–3 Tage.
Zum Aufwärmen: Erhitze den Wok bei mittlerer Hitze auf dem Herd, etwas Öl, dann kannst du die Reste kurz durchschwenken. Das ist viel besser als die Mikrowelle (aber im Notfall geht auch die).
Fun Facts
Keine Steakauswahl: Wenn du in den ländlichen Gebieten Thailands Fleisch kaufst, suchst du nicht nach Rumpsteak oder Filet. Du gehst zum Metzger oder Marktstand, wo große Fleischstücke und Knochen oft direkt auf dem Tresen liegen. Du sagst einfach, was du kochen willst – Wok-Gericht, Nudelsuppe oder Trockenfleisch – und bekommst das passende Stück in die Hand gedrückt.
Verwandtschaft: Pad See Ew hat enge Verwandte in Südostasien. Kennst du „Char Kway Teow“ oder „Chow Fun“? Auch diese Gerichte basieren auf den gleichen breiten, frischen Reisnudeln (Sen Yai).
Häufig gestellte Fragen
Was ist Pad See Ew?
Pad See Ew ist ein echter thailändischer Nudel-Klassiker aus dem Wok. Denk an breite, frische Reisnudeln, knackigen chinesischen Brokkoli (Kanaa), saftiges Fleisch – meist Rind oder Huhn – und natürlich Eier. Der besondere Kick kommt von der Sauce: eine süß-salzige Mischung aus Soja- und Austernsauce.
Wo bekomme ich die richtigen Nudeln her?
Die typischen frischen, breiten Reisnudeln (Sen Yai) findest du am ehesten im gut sortierten Asiamarkt oder manchmal im speziellen Thai-Supermarkt. Falls du sie nirgends entdeckst (sie sind manchmal wirklich schwer zu kriegen), greif einfach zu getrockneten breiten Reisnudeln. Die gibt es fast überall oder online.
Wie schmeckt Pad See Ew eigentlich?
Stell dir breite, weiche Nudeln vor, die von einer leicht süßen, herzhaften Sauce mit viel Umami umhüllt sind. Dazu kommt oft eine leichte Röstnote vom heißen Wok. Der chinesische Brokkoli sorgt für den frischen Biss, und das Fleisch – Rind, Huhn, Schwein oder Meeresfrüchte – macht es zu einer runden Mahlzeit.
Wie wärme ich Pad See Ew am besten auf?
Ganz einfach: Wok oder Pfanne auf mittlere Hitze stellen, ein klein wenig Öl dazu und die Reste kurz durchschwenken. Pass auf, dass du die Nudeln dabei nicht zerbrichst. Zur Not geht auch die Mikrowelle, aber die Pfanne ist besser.
Ist Pad See Ew scharf?
Nein, überhaupt nicht! Das Original ist mild. Wenn du es feurig magst, kannst du aber jederzeit frische Chilis oder Chiliflocken (Prik Bon) darüber streuen.
Ist das Rezept glutenfrei?
Die Zutaten, die ich hier verwende, sind von Natur aus glutenfrei (Reisnudeln, Fleisch, Gemüse, Eier). Aber Vorsicht bei den Saucen! Sojasauce und Austernsauce enthalten oft Weizen. Schau also unbedingt auf das Etikett deiner gekauften Produkte, wenn du auf Nummer sicher gehen willst.
Noch mehr Wok-Favoriten
Pad Krapao: Der König des Streetfoods! (Link zu deinem Pad Krapao Rezept)
Pad Prik King: Currypaste trifft Bohnen.
Thai Rindfleisch mit Brokkoli: Einfach, schnell, lecker.
Thai Hot & Spicy Beef: Für alle, die es feurig lieben.
Pad See Ew mit Garnelen: Der Klassiker mit Meeresfrüchten. (Link zu deinem bestehenden Rezept)

Pad See Ew mit Rindfleisch (Gebratene Reisnudeln)
Kochutensilien
- Wok oder große beschichtete Pfanne
- Schneidebrett und scharfes Messer
- Pfannenwender
Zutaten
- 500 g Frische (breite Reisnudeln – Sen Yai – alternativ: 300 g trockene breite Reisnudeln)
- 200 g Rindfleisch (z. B. Hüftsteak, sehr dünn gegen die Faser geschnitten)
- 200 g Chinesischer Brokkoli (Kai-Lan – Stiele geschält und geschnitten, Blätter grob gehackt)
- 2 Eier
- 3 Zehen Knoblauch (gehackt)
- 1 Zwiebel (in Spalten geschnitten)
- 1 EL Dunkle süße Sojasauce (z.B. Healthy Boy Brand)
- 2,5 EL Austernsauce
- 1 EL Pflanzenöl (zum Braten)
- 2 EL Zucker
- 2 EL Weißer Essig
- 1 TL Weißer Pfeffer
- 1 EL Rosdee Würzpulver (siehe Extra-Tipp – alternativ: Golden Mountain Sauce oder helle Sojasauce)
Anleitungen
- Gebt die frischen Reisnudeln in eine Schüssel. Gebt die dunkle süße Sojasauce darüber. Vermengt alles vorsichtig mit den Händen (am besten Handschuhe tragen), bis die Nudeln gleichmäßig braun gefärbt sind. Passt auf, dass sie nicht brechen. Stellt sie beiseite.
- Erhitzt das Öl in einem Wok oder einer großen Pfanne auf hoher Stufe. Gebt den Knoblauch hinein und bratet ihn goldgelb an. Fügt nun die dünnen Rindfleischscheiben hinzu. Bratet sie kurz und scharf an, bis sie halb gar sind.
- Schiebt Fleisch und Knoblauch an den Rand des Woks. Schlagt die Eier in die freie Mitte. Rührt sie kurz wie Rührei, bis sie leicht stocken. Vermengt sie dann mit dem Fleisch.
- Gebt jetzt die vorbereiteten Nudeln in den Wok. Fügt Austernsauce, Zucker, Würzpulver (oder helle Sojasauce), Pfeffer und Essig hinzu. Schwenkt alles kräftig durch, damit die Nudeln die Sauce aufsaugen und leicht karamellisieren.
- Werft zum Schluss den Kai-Lan (Chinesischen Brokkoli) und die Zwiebelspalten in den Wok. Bratet alles nur noch kurz weiter (ca. 1 Minute), damit das Gemüse schön knackig bleibt. Serviert das Pad See Ew sofort heiß.
Notizen
Rosdee ist ein in Thailand allgegenwärtiges Würzpulver (ähnlich wie Brühe), das dem Gericht viel Umami verleiht. Falls ihr es nicht bekommt, nutzt einfach etwas mehr Austernsauce oder Golden Mountain Sauce. Kai-Lan kann zur Not durch Brokkoli oder Pak Choi ersetzt werden – schmeckt anders, aber auch lecker!
Nährwerte
Guten Appetit
Ich hoffe, dieses Pad See Ew mit Rindfleisch wird auch bei dir zu einem absoluten Favoriten. Es ist so herrlich schnell und einfach gemacht, dass es bei uns oft an stressigen Tagen auf den Tisch kommt. Der Mix aus süß-salziger Sauce und den breiten, zarten Nudeln ist einfach unschlagbar. Probier es aus – ich bin sicher, du wirst begeistert sein!
Wie hat’s geschmeckt?
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