Wenn es EINE Zutat gibt, die für die südostasiatische Küche absolut unverzichtbar ist, dann ist es diese: Fischsauce.

Die Chancen stehen gut, dass du sie schon unzählige Male gegessen hast, ohne es überhaupt zu wissen. In deinem Pad Thai? Absolut. In diesem leicht orangen, süß-sauren Dip beim Vietnamesen (Nuoc Cham)? Garantiert.

Fischsauce (auf Thai Nam Pla) ist das flüssige Gold der thailändischen Küche. Für uns ist sie das absolute Fundament – ohne sie schmeckt ein Thai-Gericht einfach nicht authentisch.

Aber welche Flasche ist die richtige? Und was, wenn du dich vegan ernährst? In diesem Guide beantworten wir all deine Fragen. Wir zeigen dir, was Fischsauce wirklich ist, wie sie hergestellt wird, wie du beim Einkauf im Asiamarkt zielsicher zur besten Qualität greifst und wie du sie richtig lagerst.

Inhalt

In diesem Guide lernst du alles, was du wissen musst, um nie wieder zur falschen Flasche zu greifen:

Warum Fischsauce die wichtigste Zutat für authentische Thai-Gerichte ist.
Woran du eine hochwertige Flasche im Asiamarkt sofort erkennst (Zutaten & Protein).
Welche Marken (wie Squid oder Megachef) wir uneingeschränkt empfehlen und von welchen du die Finger lassen solltest.
Warum du keine Angst vor dem intensiven Geruch haben musst und wie die Magie beim Kochen funktioniert.
Wie du sie richtig lagerst, damit sie monatelang ihr volles Aroma behält.
Welche veganen Alternativen es gibt und wie du Fischsauce im Notfall am besten ersetzt.

Was ist Fischsauce?

Manche nennen sie eine Würzsauce, aber Fischsauce ist viel mehr als das: Sie ist das wichtigste Würzmittel in der thailändischen Küche. Ihr Hauptzweck ist es, Gerichten Salz zu geben. Ihr zweiter, aber genauso wichtiger Zweck, ist die Zugabe von Umami – diesem tiefen, herzhaften Geschmack, den du so liebst.

Stell es dir ganz einfach vor: Fischsauce ist für die thailändische Küche das, was Sojasauce für die chinesische oder japanische Küche ist – nur eben mit Fisch! Sie ist der primäre Salzgeber in fast allen traditionellen Gerichten. Wir nutzen sie viel öfter als reines Salz. Auch in Laos, Vietnam oder auf den Philippinen ist sie unverzichtbar.

Aber natürlich nutzen wir Fischsauce auch als Tischwürze! Wenn du in Thailand essen gehst, steht auf fast jedem Tisch ein kleines Schälchen: Prik Nam Pla. Das ist eine ganz simple Mischung aus Fischsauce, feingehackten Chilis und oft noch etwas Limettensaft und Knoblauch. Damit gibt man seinem Essen am Tisch noch einen extra Schuss Schärfe und Salz – ganz ähnlich wie wir es hier im Westen mit Salz- und Pfefferstreuern machen.

Wie wird Fischsauce hergestellt?

Der Herstellungsprozess ist im Grunde verblüffend einfach. Man nimmt zwei Zutaten: kleine Fische (in der Regel Sardellen) und Salz. Diese werden in riesige Tanks geschichtet, und dann lässt man die Natur einfach ihre Arbeit machen.

Das Salz entzieht den Fischen langsam ihre Flüssigkeit. Gleichzeitig setzen natürliche Enzyme einen Fermentationsprozess in Gang. Dieser Prozess dauert zwischen 12 und 24 Monaten! Die Flüssigkeit, die dabei als Erstes entsteht, ist die absolut reinste, hochwertigste Fischsauce – sozusagen das Extra Vergine der Fischsaucen.

Die Qualitätsunterschiede entstehen jetzt:
Nachdem diese erste Pressung entnommen wurde, fügen die meisten Hersteller weiteres Salzwasser hinzu, um eine zweite, verwässerte Extraktion zu gewinnen. Das lässt sich beliebig oft wiederholen, wobei der Geschmack natürlich mit jeder Pressung dünner wird.

Für die fertige Flasche, die du im Asiamarkt kaufst, wird nun die hochwertige Erstpressung mit den schwächeren Folgepressungen in einem bestimmten Verhältnis gemischt. Die Qualität deiner Fischsauce hängt also direkt davon ab, wie hoch der Anteil der ersten, reinen Pressung im Endprodukt ist.

Die Rolle von Zucker und Zusatzstoffen:
Die meisten Marken geben noch eine winzige Menge Zucker hinzu. Das macht die Sauce nicht süß, sondern rundet nur die extreme Schärfe des Salzes ab und sorgt für einen weicheren, ausgewogeneren Geschmack. Das ist aus unserer Sicht absolut kein Problem!

In minderwertigen Fischsaucen findest du allerdings oft auch andere Zusatzstoffe wie MSG (Glutamat), künstliche Aromen und Farbstoffe. Genau von diesen Flaschen solltest du unbedingt die Finger lassen!

Wie du eine gute Fischsauce erkennst

Die gute Nachricht zuerst: Anders als bei Sojasauce, wo dich helle, dunkle, süße und unzählige andere Varianten im Asiamarkt zur Verzweiflung bringen können, gibt es bei Fischsauce im Grunde nur einen einzigen Typ. Du musst dich also nicht durch ein Labyrinth von Flaschen kämpfen.

Du kannst sogar Fischsaucen aus verschiedenen Ländern austauschbar verwenden. Du kannst vietnamesische Fischsauce für Thai-Gerichte nutzen und andersherum.

ABER: Es gibt gewaltige Qualitätsunterschiede. Deine einzige Sorge beim Einkauf ist es also, sicherzustellen, dass du eine wirklich gute Flasche erwischst. Wir zeigen dir jetzt, worauf du achten musst.

1. Die Zutatenliste: Weniger ist mehr

Deine erste und wichtigste Regel im Asiamarkt: Dreh die Flasche um und lies das Etikett. Greif immer zu der Flasche mit der kürzesten Zutatenliste! Je stärker eine Fischsauce nämlich verwässert wurde, desto mehr künstliche Zusatzstoffe muss der Hersteller hinzufügen, um den fehlenden, echten Fischgeschmack zu kaschieren.

Die perfekte Zutatenliste besteht aus maximal vier Dingen:

  • Sardellen (anchovies)
  • Wasser (wird manchmal nicht einmal aufgeführt)
  • Salz
  • Zucker

Enthält die Liste noch mehr, ist das ein ganz klares Warnsignal. Stell die Flasche zurück ins Regal!

Ein kleiner Hinweis zum Etikett: Manchmal steht auf der Liste Sardellenextrakt statt Sardellen. Das ist völlig in Ordnung und kein künstlicher Zusatzstoff! Die Hersteller nutzen dieses Wort, weil in der fertigen Flasche natürlich keine ganzen Fische mehr schwimmen, sondern nur die Flüssigkeit, die aus ihnen extrahiert wurde. Ganz genauso, wie in Austernsauce auch nur Austernextrakt enthalten ist.

2. Der Proteingehalt: Deine Qualitäts-Skala

Ein weiterer, extrem zuverlässiger Indikator für die Qualität einer Fischsauce ist der Proteingehalt. Wie wir oben bei der Herstellung gelernt haben: Minderwertige Fischsauce enthält viel mehr Wasser. Das verdünnt natürlich auch die Konzentration an echtem Fischprotein.

Hier ist deine einfache Qualitäts-Skala:

  • Premium-Klasse (z. B. Red Boat): Absolut pure, unverdünnte Fischsauce. Enthält oft 4 Gramm Protein pro Esslöffel. Teuer, aber geschmacklich unglaublich intensiv. Manchmal wird die Qualität auch in Grad N angegeben (40°N). Je höher die Zahl, desto besser.
  • Unsere Alltags-Empfehlung (z. B. SquidMegachef): Exzellente Qualität für den täglichen Gebrauch. Enthält ca. 2 Gramm Protein pro Esslöffel. Das ist mit 30°N unser Goldstandard!
  • Hände weg (z. B. Lucky Brand): Extrem günstige, stark verwässerte Marken. Enthalten oft 0 Gramm Protein. Das ist im Grunde nur gefärbtes Salzwasser.

Die Asiamarkt-Falle: Einige Marken tricksen beim Proteingehalt! Sie fügen künstliche Proteine wie hydrolysiertes Weizenprotein hinzu, um ihre Werte aufzublasen. Das ist im Grunde nichts anderes als ein Geschmacksverstärker (ähnlich wie Glutamat) und ein klares Zeichen für mindere Qualität.

Die Quintessenz: Greif immer zu einer Fischsauce, die mindestens 2 Gramm echtes Fischprotein pro Esslöffel enthält!

3. Der Preis: Eine grobe Orientierung

Und zu guter Letzt kann auch das Preisschild etwas über die Qualität verraten. Du kannst den Preis als ganz grobe Orientierung nutzen, denn der Grundsatz ist einfach: Eine geschmackvolle, hochwertige Fischsauce benötigt mehr echten Fisch in der Herstellung und sollte dich deshalb auch mehr kosten.

Aber sei vorsichtig: Der Preis ist wirklich nur eine allgemeine Faustregel! Verlass dich niemals allein darauf. Wir haben im Asiamarkt schon absurd teure Flaschen gesehen, die schick aussahen, aber voller künstlicher Zusatzstoffe steckten.

Nutze den Preis am besten als finale Entscheidungshilfe, wenn du zwei Flaschen in der Hand hältst, die beide eine saubere Zutatenliste und einen hohen Proteingehalt haben. Dann ist die etwas teurere Flasche in der Regel auch die bessere.

Ein kleiner Tipp: Wenn du die Qualität nach Preisen vergleichst, dann mach das immer nur innerhalb desselben Geschäfts oder Online-Shops! Die Auswahl und Preisunterschiede zwischen verschiedenen Händlern können gerade online riesig sein. Hast du dich für eine Fischsauce entschieden, kannst du beim nächsten Einkauf gezielt nach dem besten Preis suchen.

Die beste Fischsauce für den Alltag

Fischsauce in verschiedenen Flaschen als Auswahl für asiatische und thailändische Küche auf dem Küchentisch

Hier sind die Marken, die wir uneingeschränkt empfehlen können (in keiner bestimmten Reihenfolge). Das sind die Flaschen, die in Walnidas Küche in Bangkok und bei mir zu Hause in Deutschland jeden Tag im Einsatz sind.

Ein wichtiger Hinweis: Die Auswahl in Asiamärkten ist riesig. Wenn du eine Marke in dem Regal findest, die nicht auf unserer Liste steht, ist das kein Problem. Nutze einfach unsere drei goldenen Regeln von oben (Zutatenliste, Proteingehalt, Preis), um die Qualität selbst zu bewerten.

Squid Brand (Der Thai-Alltagsheld)

Squid ist der absolute Haushaltsname für Fischsauce in Thailand. Das ist die Flasche, die bei Walnidas Familie und unzähligen anderen thailändischen Haushalten auf dem Tisch steht. Sie ist nicht unbedingt Premium, aber perfekt für den täglichen Gebrauch: preiswert, von konstanter Qualität und wirklich überall erhältlich.

Gut zu wissen: Die Squid-Fischsauce ist etwas salziger als viele andere Marken. Wenn du auf deine Salzaufnahme achten musst, ist eine andere Marke vielleicht die bessere Wahl. Wir nutzen sie aber extrem gerne als Basis für unsere Rezepte. So stellen wir sicher, dass deine Gerichte nicht zu salzig werden, auch wenn du eine andere, mildere Fischsauce verwendest.

Megachef (Der aufstrebende Premium-Allrounder)

Megachef hat in den letzten Jahren in Thailand extrem an Popularität gewonnen. Die Marke positioniert sich als etwas hochwertiger, bleibt aber preislich absolut im Rahmen für den täglichen Gebrauch. Sie schmeckt deutlich runder, reicher und geschmackvoller als die klassische Squid-Sauce.

Der Asiamarkt-Trick: Du findest Megachef oft in zwei Varianten: eine mit braunem Etikett (die thailändische Inlands-Version) und eine mit blauem Etikett (die Export-Version). Unserem Geschmack nach ist die blaue Export-Version etwas weniger salzig. Da Megachef 2 Jahre fermentiert wird (länger als viele andere) und die Salznote nicht so aggressiv ist, eignet sie sich auch hervorragend als Tischwürze (Prik Nam Pla).

Thai Kitchen (Die Supermarkt-Alternative)

Die Marke Thai Kitchen ist die, die du wahrscheinlich auch in gut sortierten, nicht-asiatischen Supermärkten findest. Lass dich von dem westlichen Look nicht täuschen: Es handelt sich um eine qualitativ gute Fischsauce mit einem etwas geringeren Salzgehalt. Der einzige Nachteil ist, dass es sie meist nur in kleinen Flaschen gibt. Der Preis pro Milliliter ist dadurch oft deutlich höher als bei den Klassikern aus dem Asialaden.

Three Crabs (Der milde Vietnamese)

Wir verwenden aus offensichtlichen Gründen fast immer thailändische Fischsauce, aber vietnamesische Varianten (nuoc mam) funktionieren für Thai-Gerichte genauso gut. Die Marke Three Crabs ist ein berühmter Vertreter aus Vietnam.

Wir finden, sie hat einen deutlich milderen Geschmack als die meisten Thai-Saucen. Das liegt wahrscheinlich am etwas höheren Zuckergehalt (2 g statt 1 g pro Portion) und einer eventuell geringeren Fisch-Konzentration.

Unsere ehrliche Einordnung: Diese Sauce bricht eigentlich unsere Regel der kurzen Zutatenliste, denn sie enthält hydrolysiertes Pflanzenprotein – ein Geschmacksverstärker ähnlich wie Glutamat. Da sie aber trotzdem gut schmeckt, machen wir für sie eine Ausnahme. Sei aber nicht überrascht, wenn dein Gericht damit nicht die ganz tiefe Umami-Note der Thai-Marken erreicht.

Unsere Empfehlung für Kenner: Red Boat

Wenn du bereit bist, für den absolut besten Geschmack etwas tiefer in die Tasche zu greifen, und deine Gerichte auf das nächste Level heben willst, dann führt kein Weg an Red Boat vorbei.

Es ist eine der bekanntesten Premium-Marken und berühmt für ihre extra virgin Fischsauce. Sie wird auf der Insel Phu Quoc in Vietnam hergestellt – einem Ort, der für die Produktion der weltbesten Fischsaucen bekannt ist.

Die absolute Reinheit:
Die Zutatenliste ist die kürzeste von allen: nur Sardellen und Salz. Kein zugesetzter Zucker, kein Wasser. Das Ergebnis ist ein Proteingehalt von unglaublichen 4 Gramm pro Portion – doppelt so viel wie bei den meisten Alltags-Marken!

Ein wichtiger Hinweis zum Geschmack:
Weil Red Boat komplett ohne den ausgleichenden Zucker auskommt, schmeckt die Sauce pur oft etwas salziger. Lass dich davon nicht täuschen! Der tatsächliche Salzgehalt ist mit 1490 mg Natrium pro Esslöffel nicht höher als bei anderen Top-Marken. Du schmeckst hier einfach nur die pure, ungeschminkte Essenz des fermentierten Fisches.

Ideal für feine Salatdressings oder Dips, bei denen der reine, intensive Geschmack der Fischsauce im Vordergrund stehen soll.

Weitere Marken, nach denen du Ausschau halten kannst

Es gibt noch zwei weitere Marken, die du im Asiamarkt oder online finden könntest und die definitiv eine Überlegung wert sind:

Son (Die Premium-Alternative zu Red Boat)

Ähnlich wie Red Boat ist auch Son eine exzellente, vietnamesische Premium-Fischsauce. Auch sie besteht nur aus der reinen Erstpressung, ganz ohne zugesetztes Wasser oder Zucker. Wenn du Red Boat nicht findest, ist Son die perfekte Alternative.

Tiparos (Der zweite Thai-Klassiker)

Neben Squid Brand ist Tiparos der zweite große Haushaltsname in Thailand. Qualitativ ist sie absolut auf Augenhöhe mit Squid und ein verlässlicher Alltags-Allrounder. Sie ist im DACH-Raum etwas seltener zu finden als Squid, aber wenn du sie siehst, kannst du bedenkenlos zugreifen.

Von diesen Fischsaucen solltest du die Finger lassen

Genauso wichtig wie die richtige Marke zu kennen, ist es, die schlechten Marken zu meiden. Hier sind drei klare Warnsignale:

Golden Boy (Die „Creepy Baby“-Marke)

Du erkennst sie an dem Baby auf dem Etikett. Obwohl die Zutatenliste oft gar nicht so schlecht aussieht, ist die Qualität aus unserer Sicht einfach nicht überzeugend. Wenn es die absolut einzige Flasche im ganzen Laden ist, okay. Aber wir empfehlen sie nicht.

Lucky Brand (Das gefärbte Salzwasser)

Von dieser Marke raten wir dir dringend ab. Meide sie unter allen Umständen. Sie ist voller künstlicher Zusatzstoffe, enthält kein echtes Fischprotein und ist im Grunde nur gefärbtes, salziges Wasser mit Aroma. Das hat nichts mit echter Fischsauce zu tun.

Trübe, gräuliche Flüssigkeiten (Achtung, Verwechslungsgefahr!)

Das ist der wichtigste Punkt: Echte, normale Fischsauce (Nam Pla) ist IMMER eine klare, bernsteinfarbene bis dunkelbraune Flüssigkeit.

Wenn du im Regal eine Flasche siehst, deren Inhalt trüb, undurchsichtig und grau-bräunlich ist, handelt es sich um eine komplett andere Zutat! Das ist eine ungefilterte, fermentierte Fischsauce mit einem viel intensiveren, schärferen und funkigeren Geschmack.

  • In Vietnam heißt sie Mam Nem.
  • In Thailand nennt man sie Pla Ra (wir nutzen sie z.B. für authentischen Som Tam).

Greif also niemals zu einer trüben Flasche, wenn ein Rezept einfach nur nach Fischsauce verlangt! Wenn du eine vietnamesische Sauce kaufst, achte darauf, dass auf dem Etikett Nuoc Mam steht.

Die richtige Lagerung: Kühlschrank oder nicht?

Die meisten Thailänder (uns eingeschlossen) bewahren ihre angebrochene Flasche Fischsauce einfach bei Zimmertemperatur direkt neben dem Herd auf. Wir nutzen sie für absolut alles, und sie muss immer in Reichweite sein. Aber: Wir verbrauchen sie auch extrem schnell.

Wenn du Fischsauce nur gelegentlich nutzt, gehört die geöffnete Flasche unbedingt in den Kühlschrank. Wenn das aus irgendeinem Grund keine Option ist, lagere sie zumindest an einem kühlen, dunklen Ort (wie in einer Speisekammer).

Der Grund dafür ist einfach: Fischsauce verdirbt wegen des hohen Salzgehalts nicht im klassischen Sinne – Bakterien haben hier keine Chance. Aber mit der Zeit reagiert sie mit Licht und Wärme. Ihr feines Aroma verschlechtert sich, sie wird schärfer und „fischiger“ im Geschmack und die Farbe dunkelt sichtbar nach. Die Lagerung im kalten, dunklen Kühlschrank verlangsamt diesen Alterungsprozess ganz erheblich.

Pro-Tipp: Wenn du nicht regelmäßig thailändisch kochst, kauf dir eine kleine Flasche! So hat sie gar keine Zeit, alt zu werden und an Geschmack zu verlieren. Schau im Asiamarkt mal ganz oben im Regal, dort verstecken sich oft die kleineren Flaschen. Sogar wir kaufen nur noch kleine Flaschen.

Wie du Fischsauce richtig einsetzt

Wenn du neu in der Welt der Fischsauce bist, starte am besten mit Rezepten, die von Natur aus darauf ausgelegt sind. Alle unsere thailändischen Currys, Suppen oder Salate auf diesem Blog sind der perfekte, sichere Einstieg.

Sobald du ein Gefühl dafür bekommen hast, kannst du anfangen zu experimentieren. Hier sind ein paar Ideen:

In der asiatischen Küche

Versuche, sie als Ersatz für Sojasauce in asiatischen Gerichten zu verwenden. Aber sei dir bewusst, dass der Geschmack komplett anders ist! Unser Tipp für den Anfang: Ersetze in Wok-Gerichten oder Marinaden erst einmal nur die Hälfte der Sojasauce durch Fischsauce und schau, wie es dir schmeckt.

Außerhalb der asiatischen Küche (Der Geheimtipp)

Ja, du kannst Fischsauce auch in der westlichen Küche verwenden! Denk immer daran: Sie ist im Grunde nur eine Quelle für Salz und herzhaftes Umami.

Besonders gut funktioniert das in reichhaltigen, kräftigen Gerichten, bei denen der leichte Fischgeschmack nicht zu dominant ist. Probier mal einen Spritzer in:

  • Schmorgerichten
  • Chili con Carne
  • Bolognese-Sauce
  • Gulasch
  • Deftigen Pasta-Saucen
  • Hackbraten

Als Tischwürze (Der Thai-Klassiker)

Du kannst Fischsauce auch direkt am Tisch verwenden, um Gerichten, denen es etwas an Tiefe fehlt, den letzten Kick zu geben.

Dafür empfehlen wir dir dringend, das beliebteste thailändische Tischgewürz selbst zu machen: Prik Nam Pla. Mische dafür einfach Fischsauce mit frisch gehackten Chilis und einem kräftigen Spritzer Limettensaft. (Ein gutes Start-Verhältnis ist 3 Teile Fischsauce zu 1 Teil Limettensaft). Wenn du magst, gib noch etwas gehackten Knoblauch oder Schalotten dazu. Behandle es dann einfach wie Tabasco oder Worcestershire-Sauce!

Aber schmeckt mein Essen dann nicht fischig?

Nein. Absolut nicht. Wenn das so wäre, würde fast jedes thailändische Gericht nach Fisch schmecken.

Wir bekommen unzählige Nachrichten von Lesern, die zum ersten Mal eine Flasche Fischsauce öffnen, daran riechen und sich dann unmöglich vorstellen können, wie diese Flüssigkeit jemals in ihr Essen gelangen soll. Eine Leserin hat mich sogar mal gefragt, ob ihre Flasche vielleicht schlecht geworden sei!

Die Antwort ist immer dieselbe: Ja, Fischsauce riecht pur extrem intensiv und fischig. Vertrau dem Prozess!

Das ist die wahre Magie der Fischsauce: Sobald sie mit anderen Zutaten wie Limettensaft, Chili, Zucker und Kräutern in Kontakt kommt, verschwindet dieser strenge Geruch komplett. Übrig bleibt nur dieser tiefe, salzige Umami-Punch, der dein Gericht von gut zu fantastisch macht.

So ersetzt du Fischsauce richtig (Vegan & Allergien)

Wenn du keine tierischen Produkte isst oder eine Fischallergie hast, gibt es zum Glück einige sehr gute Optionen.

Der einfache Sojasaucen-Tausch

Für viele Gerichte kannst du Fischsauce einfach im Verhältnis 1:1 durch eine helle Sojasauce ersetzen. Das funktioniert gut.

Unser Pro-Tipp: Wenn die Fischsauce im Rezept die alleinige Haupt-Würze ist (wie in vielen Dressings), wird der Geschmack mit reiner Sojasauce oft etwas flach. Um die schärfere, komplexere Note von Fischsauce besser nachzuahmen, mischen wir in solchen Fällen helle Sojasauce mit etwas Golden Mountain Sauce oder klassischer Maggi-Würze.

Gekaufte vegane Fischsauce

Du kannst heute auch fertige vegane Fischsauce kaufen. Aber sei hier extrem wählerisch, denn es gibt da draußen wirklich furchtbare Produkte! Wenn die Zutatenliste nur aus Wasser, Salz, Zucker, Glutamat (MSG) und künstlichen Aromen besteht, kaufst du im Grunde nur gefärbtes, salziges Wasser.

Es gibt aber auch gute Marken. Eine, die uns geschmacklich überzeugt hat, ist die Premium Pineapple Made Vegetarian Fish Sauce, die du in einigen Asiamärkten findest. Auch online gibt es mittlerweile eine große Auswahl. Die Kochbuchautorin Andrea Nguyen hat übrigens einen fantastischen Beitrag über vegane Fischsauce geschrieben, in dem sie auch ein Rezept zum Selbermachen vorstellt.

Die soja- und glutenfreie Option

Wenn du sowohl auf Fisch als auch auf Soja und Gluten verzichten musst, könnten Coconut Aminos (Kokos-Würzsauce) ein guter Ersatz sein. Wir haben das persönlich aber noch nicht ausgiebig getestet.

Ab in die Küche mit deiner neuen Geheimwaffe!

Jetzt weißt du alles, was es über diese unverzichtbare thailändische Geheimwaffe zu wissen gibt. Du kannst im Asiamarkt zielsicher die beste Qualität erkennen, weißt, wie du sie richtig lagerst, und kennst sogar die besten Ersatz-Möglichkeiten.

Das Wichtigste ist aber: Hab keine Angst vor dem intensiven Geruch! Trau dich, diese fantastische Umami-Bombe in deinen Gerichten einzusetzen.

Schnapp dir deine Flasche und leg los! Unsere [Sammlung mit einfachen Thai-Gerichten] ist der perfekte Ort, um dein neues Wissen sofort in die Tat umzusetzen.

Welche Marke ist dein Favorit?

Bist du ein treuer Fan von Squid Brand oder schwörst du auf die Premium-Qualität von Red Boat? Oder hast du vielleicht eine ganz andere Marke im Asiamarkt entdeckt, die uns auf der Liste fehlt? Lass uns sehr gerne einen Kommentar da – wir lieben es, uns mit euch über die besten Zutaten auszutauschen!

Lust, noch mehr über Thai-Zutaten zu lernen?

Wenn dich das Entdecker-Fieber gepackt hat, schau dir unbedingt auch unsere anderen Basis-Ratgeber an! Lerne alles über die verschiedenen Thai Saucen oder tauche ein in die Welt der frischen Kräuter.

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