Stell dir vor, du stehst an einer Straßenecke in Bangkok, die Hitze flirrt, und dann bekommst du diesen eiskalten, leuchtend orangen Drink in die Hand gedrückt. Genau dieses Gefühl holen wir uns heute nach Hause.
Dieses Rezept für authentischen Thai Eistee (Cha Yen) ist süß, herrlich cremig und in gerade mal 10 Minuten fertig. Ich zeige dir, wie du ihn so hinbekommst, dass er wirklich genauso schmeckt wie bei den Straßenverkäufern in Thailand – ohne Kompromisse.
Tipp: An heißen Sommertagen gibt es wahrscheinlich kaum etwas Erfrischenderes. Cha Yen ist in Thailand ein absoluter Klassiker – mindestens genauso beliebt wie Bubble Tea oder Grass Jelly Drinks. Du wirst ihn auf der Karte von fast jedem Thai-Restaurant finden, aber selbstgemacht schmeckt er meiner Meinung nach immer noch am besten.
Was ist Thai Eistee (Cha Yen) eigentlich?
Im Grunde ist Cha Yen eine Eistee-Variante, die es in sich hat: Starker schwarzer Tee trifft auf Zucker und gesüßte Kondensmilch. Das Ergebnis ist cremig, ziemlich süß und hat durch den Schwarztee auch einen moderaten Koffein-Kick (etwa 40–60 mg pro Tasse) – also der perfekte Wachmacher für den Nachmittag.
Warum ist er so leuchtend orange?
Seien wir ehrlich: Diese Farbe kommt nicht von Natur aus. Der typische Cha Yen ist orange, weil der Teemischung Lebensmittelfarbe zugesetzt wird. Erst das gibt ihm diesen ikonischen, leuchtenden Look – besonders, wenn sich die Farbe mit der cremigen Milch vermischt.
Die meisten bekannten Marken wie ChaTraMue (Number One Brand) verwenden dafür Farbstoffe wie „Sunset Yellow“ oder Rot.
Ein spannendes Detail für dich: Je nachdem, wo du lebst, kann es sein, dass dein aufgebrühter Tee eher dunkelrot als orange aussieht. Das liegt daran, dass manche der originalen Farbstoffe in westlichen Ländern nicht zugelassen sind und die Export-Mischungen angepasst wurden. Aber keine Sorge: Sobald du die Milch dazugießt, verwandelt sich auch der rote Tee in dieses schöne, (vielleicht etwas sanftere) Orange, das wir alle kennen.
Zutaten: Was du brauchst
Die meisten Zutaten findest du im Asiamarkt. Die genauen Mengenangaben stehen wie immer unten in der Rezeptkarte, aber hier ein paar wichtige Hinweise:
Thai Teemischung: Ich schwöre auf die Marke ChaTraMue (oft auch „Number One Brand“ genannt – achte auf die rot-goldene Dose). Das ist der Standard in Thailand. Du kannst damit übrigens auch Cha Manao (Thai Limetten-Tee) machen.
Gesüßte Kondensmilch: Sie ist unverzichtbar für die Süße und diese klebrige Cremigkeit, die den starken Schwarztee ausbalanciert.
Kondensmilch (ungesüßt) / Dosenmilch: Wir nennen es oft „Evaporated Milk“. Sie sorgt für das cremige Finish oben drauf, ohne den Drink noch süßer zu machen.
Heißes Wasser: Zum Aufbrühen.
Crushed Ice: Ganz wichtig! In Thailand wird der Tee fast immer auf zerstoßenem Eis serviert, nicht auf großen Würfeln. Das kühlt schneller und gehört einfach zum Feeling dazu.
Traditioneller Teefilter: Ein Stoffsieb ist ideal (sieht aus wie ein kleiner Kescher), aber ein normales feines Sieb tut es zur Not auch.
Ein Wort zu den Gewürzen
Vielleicht hast du schon Rezepte gesehen, in denen Sternanis oder Kardamom in den Tee kommen. Ehrlich gesagt: Das ist eine westliche Erfindung. In Thailand wird Cha Yen niemals zusätzlich gewürzt. Der Geschmack kommt rein aus der Teemischung, dem Zucker und der Milch. Wir bleiben hier also beim Original – ohne Schnickschnack.
Schritt für Schritt: So machst du den perfekten Cha Yen
Schritt 1: Den Filter vorbereiten
Gib die Teemischung in dein Stoffsieb (oder den „Tea Sock“). Halt es direkt über ein hitzebeständiges Glas oder einen Messbecher – wir brühen gleich direkt da rein.
Schritt 2: Aufbrühen
Gieß das kochende Wasser langsam über die Teeblätter im Sieb. Lass es durchlaufen und dann für etwa 2 bis 3 Minuten ziehen. Wichtig: Lass ihn nicht viel länger ziehen, sonst wird der Tee schnell bitter.
Schritt 3: Cremig rühren
Nimm das Sieb raus. Jetzt, solange der Tee noch heiß ist, rührst du die gesüßte Kondensmilch und einen Teil der ungesüßten Dosenmilch unter. Rühr so lange, bis sich alles aufgelöst hat und du eine glatte, orangefarbene Flüssigkeit hast.
Schritt 4: Servieren
Füll ein Glas bis zum Rand mit Crushed Ice (ja, wirklich voll machen!). Gieß den warmen Tee darüber. Wenn du magst – und das empfehle ich sehr –, lass oben noch etwas Platz für einen extra Schuss ungesüßte Dosenmilch als „Topping“. Das sieht nicht nur toll aus, sondern schmeckt auch extra cremig.
Aufbewahrung
Du kannst den Tee (ohne Milch) auch vorkochen. Lass ihn abkühlen und stell ihn in einer Glasflasche in den Kühlschrank. Dort hält er sich problemlos ein paar Tage. Die Milch gibst du dann erst beim Servieren dazu.

Authentischer Thai Eistee (Cha Yen)
Kochutensilien
- Wasserkocher
- Teefilter (Stoffsieb) oder feines Sieb
- Hitzebeständiges Glas zum Mischen
Zutaten
- 3 EL Thai-Teemischung (siehe Tipp)
- 120 ml heißes Wasser
- 60 ml Kondensmilch (ungesüßt / Evaporated Milk)
- 2 EL gezuckerte Kondensmilch
- Crushed Ice (viel davon!)
Anleitungen
- Gib die Thai-Teemischung in einen Teefilter aus Stoff (oder ein sehr feines Sieb). Halte den Filter über ein hitzebeständiges Glas und gieße das kochend heiße Wasser langsam darüber. Lass den Tee 2–3 Minuten ziehen, damit er richtig stark wird und seine typische Farbe entwickelt. Nimm den Filter dann heraus.
- Solange der Tee noch heiß ist, rühre die gezuckerte Kondensmilch und die Hälfte (30 ml) der ungesüßten Kondensmilch unter. Rühre so lange, bis sich alles vollständig aufgelöst hat.
- Fülle ein hohes Glas randvoll mit Crushed Ice. Gieße den heißen Tee langsam über das Eis.
- Ganz zum Schluss kommt das Topping: Gieße die restliche ungesüßte Kondensmilch (ca. 30 ml) oben drauf. Das sorgt für den schönen Farbverlauf und die extra Cremigkeit. Strohhalm rein und genießen!
Notizen
Warum zwei Sorten Milch? Die gezuckerte Kondensmilch (Nom Kon Wan) sorgt für die Süße und das karamellige Aroma. Die ungesüßte Kondensmilch (Nom Sod oder Evaporated Milk) macht den Tee cremig, ohne ihn noch süßer zu machen. Du findest beide Sorten in jedem Asialaden oder gut sortierten Supermarkt.
Nährwerte
Chon Kaew! (Prost!)
Hier in Deutschland ist es gar nicht so leicht, einen guten Cha Yen zu finden – und wenn, ist er im Restaurant oft ziemlich teuer oder viel zu süß. Mit diesem Rezept holst du dir das Urlaubsgefühl einfach und günstig nach Hause. Du hast es selbst in der Hand und kannst ihn in nur 10 Minuten genau so mischen, wie er dir am besten schmeckt.
Wie hat dir der Tee geschmeckt?
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