Tom Yum Goong kennst du wahrscheinlich – die berühmte Thai-Suppe mit Garnelen. Aber als gebratenen Reis? Genau diese Aromen von Zitronengras, Galgant und Kaffir-Limettenblättern landen hier in der Pfanne. Dazu ein knuspriges Thai-Spiegelei obendrauf. Schmeckt dir vermutlich genau so gut wie die Suppe selbst.
Was genau ist gebratener Tom-Yum-Reis?
In Thailand ist die Liebe zu Tom Yum so groß, dass der Geschmack wahrscheinlich in allem landen könnte. Es gibt Tom Yum in allen möglichen Varianten und ja, sogar Tom Yum Pizza bei den großen Ketten. Da scheint es nur logisch, dass auch gebratener Reis nicht verschont bleibt.
Kao Pad Tom Yum (ข้าวผัดต้มยำ), so der thailändische Name, ist im Grunde eine moderne Idee: Man nimmt die ganze aromatische Wucht der Suppe – Zitronengras, Galgant, Kaffirlimettenblätter – und packt sie in ein Reisgericht.
Warum du Khao Pad Tom Yum probieren solltest
Für mich hat dieser gebratene Reis mehrere unschlagbare Vorteile. Zum einen ist es die Geschwindigkeit. Manchmal muss es einfach schnell gehen, ohne dass der Geschmack auf der Strecke bleibt.
Außerdem ist es die perfekte Resteverwertung. Wer kennt es nicht, der Reis vom Vortag steht im Kühlschrank. Dieser trockene Reis ist Gold wert, denn nur so wird er im Wok richtig schön körnig und saugt die Sauce auf, anstatt zu verkleben.
Und dann ist da noch die Freiheit: Ob mit Garnelen, Huhn oder was der Kühlschrank sonst hergibt, bleibt ganz euch überlassen. Das Ergebnis steht dem, was man in einem guten thailändischen Lokal bekommt, jedenfalls in nichts nach.
Manchmal ist die Wahl schwer: Gebratener Reis oder doch eine Tom Yum Suppe? Dieses Tom-Yum-Variante hier ist die wahrscheinlich beste Antwort auf diese Frage.
Tipps und Tricks zum Rezept
Das Wichtigste zuerst: Hitze und Geschwindigkeit sind alles. Bevor der Wok überhaupt heiß wird, sollte jede Zutat geschnitten und abgemessen bereitstehen.
Ein großer Wok ist ideal, damit nichts überladen wird und die Zutaten wirklich braten statt zu kochen. Wer es gerne knusprig mag, sollte den Reis nicht ununterbrochen bewegen. Drückt ihn zwischendurch kurz flach auf den heißen Boden und lasst ihn einen Augenblick brutzeln. Und die frischen Kräuter? Die werfe ich erst in der allerletzten Sekunde hinein. So behalten sie ihre Farbe und ihren Duft.
Vielleicht der wichtigste Rat: Verlasst euch auf euren Geschmack, nicht nur auf das Rezept. Das thailändische Kochen lebt vom ständigen Abschmecken. Man probiert und justiert, bis diese berühmte Balance aus feurig, sauer, süß und salzig genau richtig sitzt.
Meine Anleitung zum Abschmecken findest du hier:
Zutaten & Zubereitung
Hier ist alles, was du brauchst. Die genauen Mengenangaben findest du wie gewohnt in der Rezeptkarte weiter unten.
Tom Yum Paste
Diese Paste ist eine wahre Geschmacksbombe. Sie fängt die Essenz von Tom Yum ein und lässt sich überraschend vielseitig verwenden. Wenn du keine Zeit hast, die Paste selbst zu machen, kannst du auch eine fertige verwenden.
Galgant. Erst in dünne Scheiben schneiden, dann jede Scheibe fein hacken. Erleichtert es, daraus eine Paste zu machen.
Zitronengras, dünn geschnitten. Nur die untere Hälfte verwenden – da sitzt das meiste Aroma.
Kaffir-Limettenblätter, sehr fein in Streifen geschnitten. Wenn die Mittelrippen dick sind, einfach herausschneiden.
Thai-Chilis, nach Geschmack. So viele oder wenige, wie du verträgst. Kannst du auch komplett weglassen, wenn es nicht scharf sein soll.
Thai-Chilipaste. Heißt Nam Prik Pao und gehört in jede Thai-Küche. Süßlich, würzig, überraschend mild – also keine Panik, wenn du’s nicht so scharf magst. Pantai und Maepranom findest du im Asia-Markt. Ich bevorzuge Maepranom, aber Pantai geht auch. Oder du machst die Paste selbst – ist gar nicht so schwer.
Sojasauce. Normalerweise nicht in Tom Yum, aber in gebratenem Reis immer. Also kommt sie hier rein, für genau diesen Fried-Rice-Geschmack.
Fish Sauce
Zucker
Limettensaft
Gebratener Reis
Eier zum Braten. Optional – aber sehr empfehlenswert.
Garnelen, geschält und entdarmt; lieber mittel bis groß. Alternativ Hähnchen: in Happen schneiden und kurz mit einem Schuss Fischsauce marinieren.
Zwiebel, gewürfelt.
Chinesischer Brokkoli: Stiele dünn, Blätter grob geschnitten.
Gekochter Jasminreis. Vorzugsweise verwendest du Reis vom Vortag.
Tomate. Sehr saftig? Kerne raus, sonst könnte es matschig werden. Nicht so wässrig? Dann kannst du die Kerne drin lassen.
Frühlingszwiebeln und/oder Koriander, gehackt, zum Garnieren.
So machst du gebratenen Tom Yum Reis mit Garnelen
Schritt 1
Zitronengras, Galgant, Makrut-/Kaffir-Limettenblätter und Thai-Chilis im Mörser sehr fein zermahlen.
Schritt 2
Restliche Zutaten der Tom-Yum-Paste untermischen.
Schritt 3
Spiegeleier, wenn du magst. Für die Thai-Variante viel Öl und sehr heißes Fett – so entstehen knusprige, gebräunte Ränder. Im Wok möglich; für mehrere Eier ist eine Pfanne wohl praktischer.
Schritt 4
Öl in den Wok geben, Boden benetzen und Garnelen stark anrösten, bis sie halbgar sind. Wenden, fertig garen, herausheben.
Schritt 5
Im selben Wok auf hoher Hitze ggf. Öl nachgießen. Zwiebel glasig braten, chinesischen Brokkoli kurz schwenken, bis die Blätter leicht zusammenfallen und sattgrün wirken.
Schritt 6
Reis einstreuen, kurz unterheben. Sauce darübergeben und rühren, bis alle Körner gleichmäßig bedeckt sind und der Reis wieder trocken wirkt.
Schritt 7
Tomate und die gegarten Garnelen zugeben, kurz mischen. Hitze abstellen, Frühlingszwiebel und/oder Koriander einrühren.
Schritt 8
Auf Teller geben, nach Wunsch mit mehr Frühlingszwiebel/Koriander bestreuen und mit Spiegelei servieren.
Serviervorschlag
Das Auge isst ja bekanntlich mit. In Thailand wird gebratener Reis oft als eine perfekte kleine Kuppel serviert. Dafür den Reis einfach in eine Schale pressen und auf den Teller stürzen. Ein kleiner Handgriff mit großer Wirkung.
Aufbewahren & Aufwärmen
Lass das Gericht abkühlen und fülle es in einen luftdichten Behälter. Im Kühlschrank hält es sich 3–4 Tage.
Aufwärmen geht am besten in einer Pfanne oder im Wok. Bei mittlerer Hitze, eventuell mit einem Schuss Öl, einfach unter Rühren wieder heiß werden lassen.
Was steckt eigentlich im Namen?
Kleiner Exkurs in die thailändische Sprache: ‚Tom‘ bedeutet schlicht ‚kochen‘. Das Wort ‚Yum‘ findest du neben Suppen auch bei Salaten, die sauer-scharf angemacht und durchgemischt werden.
Wenn du gebratenen Tom Yum Reis in Thailand bestellen möchtest, dann frage nach Khao Pad Tom Yum (ข้าวผัดต้มยำ).
Häufig gestellte Fragen
Wie viel Schärfe muss sein?
Die Schärfe lässt sich zum Glück gut regulieren. Du kannst einfach weniger Chilipaste verwenden oder eine mildere Chilisorte wählen. Der Klassiker, um Schärfe zu reduzieren, ist natürlich, die Kerne zu entfernen.
Welcher Reis ist der beste?
Jasminreis ist die erste Wahl, am besten vom Vortag, damit er nicht pappt. Frisch gekochter Reis ist oft zu feucht. Basmati oder brauner Reis sind aber ebenso gute Alternativen.
Wie schmeckt gebratener Tom Yum Reis?
Stell dir die typische, perfekte Balance aus süßen, salzigen, sauren und scharfen Noten vor. Dazu kommen die unverkennbaren, frischen Aromen von Zitronengras, Galgant und Kaffirlimettenblättern, die das Ganze so besonders machen.
Ist das Rezept glutenfrei?
Fast! Du musst nur bei zwei Zutaten genau hinsehen: Fischsauce und Chilipaste. Wähle hier einfach glutenfreie Varianten aus dem Asiamarkt. Die restlichen Zutaten sind ohnehin glutenfrei.

Gebratener Tom Yum Reis
Zutaten
Tom-Yum-Paste
- 3 dünne Scheiben Galgant, gehackt
- 1 Stange Zitronengras, (ca. 7-8 cm), nur der untere Teil, fein geschnitten
- 3 Kaffir-Limettenblätter, Mittelrippe entfernt, fein geschnitten
- 2 EL Thai-Chilipaste, aus dem Asialaden oder selbstgemacht
- 1 EL Fischsauce
- 1 EL Sojasauce
- 1 TL Zucker
- 1-2 Thai-Chilis nach Geschmack
- 2 EL frischer Limettensaft
Gebratener Reis
- 2 Eier für das Topping
- 10 mittelgroße Garnelen, geschält und entdarmt
- 1 Zwiebel, gewürfelt
- 2 Stangen Chinesischer Brokkoli, Stiele in dünne Scheiben geschnitten, Blätter grob gehackt
- 300 g gekochter Reis vom Vortag, siehe Notiz
- 1 Tomate, entkernt und in mundgerechte Stücke geschnitten
- 1 Frühlingszwiebel, gehackt
- einige Stängel frischer Koriander, gehackt
- neutrales Öl zum Braten
Anleitungen
- Bereite die Tom-Yum-Paste zu: Zerstoße Zitronengras, Galgant, Kaffir-Limettenblätter und Thai-Chilis in einem Mörser zu einer feinen Paste. Rühre Chilipaste, Fischsauce, Sojasauce, Zucker und Limettensaft unter. Alternativ kannst du alle Zutaten in einem Mixer fein pürieren.
- Brate die Eier im Thai-Stil: Gib etwa 1 cm hoch Öl in einen Wok oder eine kleine Pfanne und erhitze es bei mittlerer bis hoher Hitze, bis es sehr heiß ist (aber nicht raucht). Schlage vorsichtig ein Ei hinein und reduziere die Hitze auf mittlere Stufe. Das Eiweiß sollte sofort aufschäumen und Blasen bilden. Brate das Ei etwa 1-2 Minuten, bis die Ränder knusprig und goldbraun sind. Wenn du das Eigelb lieber durchgegart magst, reduziere die Hitze früher. Nimm das Ei heraus und wiederhole den Vorgang mit dem zweiten Ei. Das Öl kannst du wiederverwenden.
- Erhitze etwas Öl (du kannst das Ei-Öl verwenden) in einem Wok oder einer großen Pfanne bei mittlerer bis hoher Hitze. Brate die Garnelen von beiden Seiten je 1-2 Minuten scharf an, bis sie goldbraun und durchgegart sind. Nimm sie heraus und stelle sie beiseite.
- Gib bei Bedarf etwas mehr Öl in den Wok und brate die gewürfelte Zwiebel glasig an. Füge den Chinesischen Brokkoli hinzu und schwenke ihn kurz, bis die Blätter leuchtend grün werden (etwa 1 Minute).
- Gib den Reis hinzu und brate ihn unter ständigem Rühren, bis die meisten Klumpen aufgebrochen sind. Gieße die Tom-Yum-Paste darüber und schwenke alles kräftig, bis jedes Reiskorn gleichmäßig mit der Sauce überzogen ist und der Reis wieder trocken aussieht.
- Hebe die Tomatenstücke und die gebratenen Garnelen unter und schwenke alles nur kurz, um sie zu erwärmen. Nimm den Wok vom Herd und rühre die gehackte Frühlingszwiebel ein.
- Richte den gebratenen Reis auf Tellern an, bestreue ihn mit frischem Koriander und setze ein knuspriges Spiegelei als Krönung darauf. Sofort servieren und genießen!
Notizen
Nährwerte
Guten Appetit
Für mich ist dieser Reis der beste Beweis, dass man in der Küche manchmal einfach mutig sein muss. Die Frage, ob Suppe oder Reis, stellt sich hier gar nicht mehr – man bekommt einfach das Beste aus beiden Welten.
Und jetzt seid ihr dran. Probiert es aus und verratet mir in den Kommentaren, wie es euch geschmeckt hat! Ich bin immer neugierig auf eure Erfahrungen. Eine Sternebewertung hilft mir und anderen Lesern natürlich auch riesig.
Wenn du keine weiteren Ausflüge in die thailändische Küche verpassen möchtest, trag dich einfach in unseren Newsletter ein. Dort teilen wir nicht nur neue Rezepte, sondern auch Geschichten und Tipps, die du sonst nirgends findest.
